Artikel-Schlagworte: „Griechenland“

10.07.09 Naxos Stadt

Freitag, 10. Juli 2009

Da wir gerade ein freies WLAN haben: ein paar Fotos aus Naxos Stadt mit dem berühmten Torbogen des nie vollendeten Apollo-Tempels:

10.07.09 Blue Star (to) Naxos

Freitag, 10. Juli 2009

08:00 Uhr – Inselwechsel: Nach nur 1,5 Stunden Schlaf (wir mussten einfach den Abschied von Amprgos ein bisschen feiern und haben in den Morgenstunden noch ‘Barby + Ken’ zuhören müssen – dazu mehr mündlich nach unserer Rückkehr) sind wir um 07:00 Uhr von Aegiali/Amorgos abgefahren. Unser neues Ziel, Naxos, werden wir in ca. einer Stunde erreichen. Da wir auf der Fähre WLAN haben, anbei ein paar Eindrücke vom Morgen…

09.07.09 Poli Yassas

Donnerstag, 9. Juli 2009

20:00 Uhr – Our last day on Amprgos is starting and its time to say goodbye. And because some of our Greek friends will read this post, i’ll try to write it in English.

Frank asks me again and again wether it will be also nice on Naxos and I answer him again and again, that it will be! But Naxos has its own character (like every island of the cyclades): Big mountains (Zas, the highest one, is up to 1000 meter), nice trips for motorbiking, lonely bays and long sand beaches and a very nice camping place!

‘Camping?’ he asks, ‘Are we shure, that we want to make camping anymore?’. ‘Of course, we want’ I answer. ‘It’s cheap, we will meet a lot of people and I think, we have to try out our new tent!’

So, finally we have to say yassas to
- our preferred beaches
- to Manolis
- to Vangelis
- to Andreas + Leonidas
- to all the nice people from Amorgos we’ve met so often
- to our room
- to all the nice cafenions and restaurants where we’ve got so lovely ‘You know what I mean’
- and last but not least to the wonderful atmosphere of quitness and calm you will never find at any other place of the world.

I think, it will be hard to find back a way to our normal live of business in Hannover!

Yassas everybody…

08.07.09 Helping Hands

Mittwoch, 8. Juli 2009

15:00 Uhr – Griechenland tritt immer wieder den Beweis an, dass schwierige Situationen ohne Arbeitskreise, Diskussionsrunden, Anträge und Genehmigungen gelöst werden können. Auch der Einsatz von Psychologen und Psychotherapeuten für begleitende Teambildungsprozesse ist nicht erforderlich (Man findet sie hier zwar in Massen, aber sie kommen nur, um für sich herauszufinden, dass es auch ohne sie geht. Anschließend wird die Erkenntnis vergraben, weil, das ist nicht gut für’s Geschäft! Aber ich schweife ab…).

Wo waren wir? Ach ja, Miss Marple spielt mit dem Feuer und wird zur Fehlersuche ein bisschen freigemacht (‘Naked Bike;-). Das sieht unser Vermieter und erkundigt sich nach dem ‘Problem’. Kurzerhand greift er zum Handy und telefoniert mit dem Besitzer der 53′er Beiwagen-BMW aus Katapola.

Andreas, macht sich mit seiner 53′er inclusive. Beiwagen und 2. Mechaniker sofort auf den Weg und ist gut zehn Minuten später in der Chora. Wie es der Zufall will, restaurieren die beiden im Winter hauptberuflich alte BMW-Motorräder.

Analyse und Fehlerdefinition (ganz ohne Auslesen des Fehlerspeichers, Einsatz von Computern und Meisterbrief): Elektronikbox oder Kabelstecker, die ziemlich marode sind.

Stecker werden gereinigt, Suche nach einer Elektronik-Box via Handy gleich erledigt (sogar mit Preis: 80,- €). Die Adresse in Athen gibt’s morgen bei einem Bier in der Bar von Andreas (das ist nämlich der hauptberufliche Sommerjob von Andreas).

Und schon sind sie mit einem fröhlichen ‘See you Guys’ verschwunden. Werden wir, auch wenn wir die Tickets nach Naxos für Freitag 07:00 Uhr schon in der Tasche haben, morgen ist ja auch noch ein Abend – unser letzter auf Amorgos!

Frank will’s jetzt wissen und testet die Rentnerin auf Zuverlässigkeit ‘soweit er kommt’. Da ich für mich heute eigentlich einen echten Ruhetag eingeplant hatte, werde ich mich mit einem Buch in ein Cafenion setzen und für alle Fälle das Handy anlassen…

PS: Auch Andreas hat vorgeschlagen, das Motorrad hier in Griechenland zu verkaufen – ‘Make him a good price and it’s your’s!’

08.07.09 Sie hat’s nicht anders gewollt

Mittwoch, 8. Juli 2009

Die Wege auf der Insel sind schön, aber kurz – daher fährt man sie lieber ein oder zweimal zu viel.

Sie sind auch nicht anstrengend, erst recht nicht für 2x 500 ccm!

Wir tanken besten Sprit, also auch hier bitte keine Beschwerden!

Und trotzdem geht sie aus. Es ist ihr scheinbar völlig egal, welche Konsequenzen das hat: damit ist ihr Schicksal besiegelt, noch ein Sommer wird’s nicht mehr geben (GS-Verkäufer aufgepasst!).

Aber vorerst ist es unser Problem. Frank wird sie jetzt ein bisschen zerlegen (mag sein, dass es diesesmal etwas schroffer zugeht als sonst). Vielleicht gibt’s ja irgendwo in den Eingeweiden einen Wackelkontakt.

Wenn er nichts finden kann, wird er mit einem Mann in Katapola aufsuchen, der ein noch älteres Miss Marpelchen mit Beiwagen fährt – vielleicht weiß der, wo es Hilfe gibt.

Ich schlage Frank vor, die Karre doch gleich hier zu verkaufen…

Fotos:
- Das sagenumwobene Kloster Chozoviotissa (leider ein bisschen klein, aber das iPhone arbeitet mit ‘nem Mega-Weitwinkel)
- Kurz vor der Zerlegung
- …

06.07.09 Die handbreit Straße unterm Reifen

Dienstag, 7. Juli 2009

Ein wohlgemeinter Gruß unter Motorradfahrern, der die Hoffnung ausdrückt, dass sich zwischen das winzige Stück Kontaktfläche, von dem alles abhängt, kein Sand, Öl oder andere fiese Sachen schiebt.

Jeder hat’s natürlich im Internet gelesen: die Kontaktfläche auf griechischen Straßen ist ganz besonders gefährdet! Aber warum eigentlich? Schaun wir uns ‘die’ griechische Straße einmal näher an:

Sie ist in der Regel zweispurig und wellig (der Boden arbeitet bei kalten Wintern und heißen Sommern). An den Ränder liegt Sand und leichtes Geröll. Meistens gibt es einen Mittelstreifen.

Regelmäßige Unregelmäßigkeiten: Schlaglöcher, Spurrillen, Bitumenflicken und Gegenstände, die auf der Fahrbahn liegen, wie Steine, Müll, Ziegen oder Rollsplitt in den Kurven. Die Mitte der Fahrspuren wird häufig durch Ölspuren geziert (bei den Ölverlusten müssten eigentlich überall Autos und LKWs mit Motorschaden am Straßenrand stehen).

Wenn man sich daran gewöhnt hat, macht das Fahren allerdings richtig Spaß. Wir überqueren die Insel heute nach Egiali, dem nordöstlichen Hafen von Amorgos – es ist ein Genuss!

PS: In der Chora fließt wieder Wasser und wir können wieder mit dem Nötigsten wunderbar leben…

07.06.09 Wasser

Montag, 6. Juli 2009

12:00 Uhr – Wir lieben das einfache und archaische Leben hier – alles ist auf das Notwendigste reduziert!

Wasser ist zum Beispiel notwendig. Als ich heute morgen gegen 08:30 Uhr aufwache, ist Frank bereits aufgestanden (senile Bettflucht?) und ich beschließe den Tag mit einer dringend erforderlichen Dusche zu beginnen. Auch das Wechsel-T-Shirt will gereinigt werden. Außerdem ist der Körper in der Nacht intensiv mit dem Verwerten von ‘Du weißt schon was’ beschäftigt gewesen und fordert die Entsorgung seiner Abbauprodukte – also auf zur Morgentoilette…

Der Blick in die Schüssel ist allerdings wenig erfreulich – also wirklich Frank, pfui, Du solltest doch wissen, wo das Knöpfchen zum Abspülen ist!

Wohlwollend drücke ich das Knöpfchen, aber es kommt kein Wasser. Auch aus der Dusche und dem Wasserhahn kommt kein Tropfen!

Männlich herb gehe ich zum nächsten Cafenion, wo ich Frank treffe. Er erzählt mir, dass es ihn sogar mit eingeseiften Händen erwischt hatte (zum nass machen der Hände war noch Wasser im Hahn, zum Abspülen aber nicht mehr).

Wir erfahren, dass die Wasserleitung zur Chora gebrochen ist und niemand weiß, wann diese repariert werden wird.

Wir werden uns also an unsere natürlichen Gerüche gewöhnen müssen und halten schonal nach dem nächsten funktionierenden Klo Ausschau…

07.07.09 Das Geheimnis des griechischen Grußes

Montag, 6. Juli 2009

09:53 Uhr – Auffallend für den Reisenden ist die griechische Freundlichkeit: Wo man sich auch begegnet – und man begegnet sich ständig – grüßt man sich, egal, ob man sich kennt, oder nicht! Als Xeni/Xenia kann man allerdings an den Variationen der Grußformeln verzweifeln.

Die gängigste Begrüßungen:
- Yassas: Hallo (Sie/Ihr)
- Yas: Hallo (Sie/Ihr)
- Yasou: Hallo (Du)
- Ya; Hallo (Du)
- Kalimera: Guten morgen, guten Tag
- Kalispera: Guten Abend
- Kalinichta: Gute Nacht
- Kala isses: Wie geht’s/Geht’s gut?

Klingt eigentlich ganz einfach, oder? Ist es aber nicht, weil das Geheimnis in der Anwendung liegt, und das kennen nur die Griechen. Ein paar Beispiele, alle selbst erlebt:

- Du kommst morgens in die Taverne zum frühen ‘Du weißt schon was’ und grüßt mit ‘Kalimera’ – Antwort: ‘Yasou, yasou’. Aha, aufgepasst, beim Verlassen grüßt Du mit ‘Yassas (weil mehrere Personen)’ – Antwort: ‘Yasou, Kalimera’

- Du sitzt im Café, eine Person tritt ein, Du Grüßt mit ‘Kalimera’ – Antwort: ‘Kalimera siz’

- Du gehst durchs Dorf und grüßt höflich einem alten Mann mit ‘Yassas, kalimera” – Antwort: ‘Ya, ya, ya’

Die Liste läßt sich beliebig fortführen, was bleibt ist das Gefühl es einfach nicht kapiert zu haben.

Also Ihr Lieben: ‘Yassa, ‘kalimera’, ya, ya, ya!’

PS: Und wenn Ihr Euch jetzt fragt, ja haben die Typen im Urlaub eigentlich nichts Besseres zu tun als ständig was ins Weblog zu schreiben, ist die Antwort: Nein, haben wir nicht – und das ist ja gerade so genial hier!!!

05.07.09 Die Kykladenkrankheit

Sonntag, 5. Juli 2009

23:00 Uhr – Irgendwann erwischt sie dich: die Kykladenkrankheit! Wer des öfteren hier war, hat sich gegen die harten Symptome meistens immunisiert.

Der Krankheitsverlauf beginnt unauffällig und harmlos, erkennbar an Aussagen des Erkrankten wie: ‘Das ist aber schön hier’ und nimmt seinem Verlauf mit ‘Also, eigentlich können wir doch auch länger bleiben’. Aussagen wie ‘Es ist doch erstaunlich, wie wenig man zum Leben braucht, um glücklich zu sein’ zeigen dem Wissenden an, das der Krankheitsverlauf kurz vor dem Höhepunkt steht. Dies geschieht erfahrungsgemäß nach drei bis vier Wochen (ich habe selber schwer daran gelitten und bin nur durch den selbstlosen Einsatz Mitreisender vor schweren Folgen verschont geblieben).

Um so mehr war ich überrascht, dass dieser Zeitunkt bei Frank bereits heute, nach nur drei Tagen Amorgos eingesetzt hat! Nach einem ruhigen Badetag in einer einsamen Bucht, nach einer relaxten Rückfahrt mit dem Moped über den Inselrücken, nach einem genialen ‘Du weißt schon was’ in der Hauptgasse der Chora passierte es: ‘Hm, wie lange könnte man hier wohl leben? Nur mal so’n Gedankengang: Wie lange würde wohl noch Geld aus dem Automaten kommen, bis das Konto leer ist? Wann wird sich der Arbeitgeber melden und nachfragen, wo man abgeblieben ist? Für wie lange würde es reichen, wenn die Wohnung gekündigt ist und alle Rücklagen aufgebraucht sind? Mehr als das hier brauche ich doch gar nicht: Sonne, Meer, Ruhe, gutes Essen, null Stress und endlich mal wieder Gedanken über das Leben, das Universum und alles, was wirklich wichtig ist…’

Sie hat ihn also erwischt, die Kykladenkrankheit – viel, viel früher, als ich es für möglich gehalten habe.

Aber keine Angst, ich bringe ihn wieder nach Hause. Ihr glaubt doch wohl nicht, dass ich daheim alleine leiden will! Nachwirkungen werden jedoch ein Leben lang bleiben: Die Erinnerung an diese unglaublich Atmosphäre und die schleichende Sucht, unbedingt wieder hinzufahren!

Vielleicht sollten wir dafür mal eine Selbsthilfegruppe gründen, genügend Süchtige gibt es ja!

05.07.09 Ruhetag

Sonntag, 5. Juli 2009

Am siebten Zag der Schöpfung wurde zur Feier des gelungenen Projektes ‘Erde’ der Sonntag als Ruhetag eingeführt (lt. ‘Reiseführer durch die Galaxis war es ja nur der von den Mäusen in Auftrag gegebene Supercomputer, der Antwort auf alle Fragen des Lebens und des Universums geben sollte und von den Vorgonen für den Bau einer galaktischen Schnellstraße gesprenkt wurde. Aber ich schweife ab…)

In einer einsamen Bucht (wo wird nicht im Web verraten, sie soll ja einsam bleiben) legen wir einen Badetag ein.

Und wenn wir dann noch können, sehen wir uns heute Abend in der ‘Big Blue’ Bar den gleichnamigen Film an, der immer noch jeden Abend gezeigt wird (Der Film wurde auf vorrangig auf Amorgos gedreht undihn zu kennen ist einfach Pflicht, wenn man hier verweilt. Und wenn man ihn noch nicht gesehen hat und Frank hat ihn noch nie gesehen, kann man das hier nachholen).

05.07.09 Chora-Impressionen

Sonntag, 5. Juli 2009

Anbei ein paar Ompressionen aus der Chora:

- Ortseingang
- unsere Pension (das Haus mit der Treppe)
- Kapellen (davon gibt es hier unzählig viele)
- in den Gassen

04.07.09 Eine Nacht voller Musik

Sonntag, 5. Juli 2009

23:00 Uhr – Es ist Samstag und da gehen auch im Dorf die Bewohner aus. An einem zentralen Café trifft sich jung und alt bei Live-Musik – ein ganz besonderes und seltenes Erlebnis, da das kein organisiertes Touristen-Event ist.

Von Traditionals bis Rembetiko wird bis 03:00 morgens gefeiert. Nicht nur die Musiker, auch die Dorfbewohner stimmen in die sentimentalen Texte ein, manch einer fängt spontan an zu tanzen.

Als einzige Xeni (Fremde) werden wir wohlwollend akzeptiert oder einfach ignoriert.

PS: Ich weiß nicht, ob man auf dem Foto irgendetwas erkennen kann, es zeigt den Cafe-Eingang mit den Musikern. Die Gäste sitzen im Halbkreis davor. Deshalb auch einmal ein Foto bei Tage aus einer ähnlichen Perspektive.

PPS: Nachdem wir gesehen haben, dass wir sogar Grüße aus dem Kongo erhalten, entschließen wir uns, unsere Berichte doch über das sündhaft teure UMTS-Netz mit Fotos zu posten – Frank will sich Schaden beteiliegen;-)

PPPS: Hallo Tanja, alles Gute nachträgliche zum Geburtstag!!!

04.07.09 Atlantis – das Ende einer Legende

Sonntag, 5. Juli 2009

22:00 Uhr – Atlantis, das untergegangene Inselreich stand in der Tat Pate bei der Kreation des BMW Motorradanzuges, der angeblich bei jedem Wetter und bei jeder Temperatur kofortablen Fahrgenuss bieten soll. Mit diesen Argumenten hat sich der sündhaft teure Fashion-Fummel beim BMW-Club-Hannover mitlerweile als Einheitstrachtenanzug etabliert.

Aber jede Legende findet einmal ihr Ende: die angebliche Hitzetauglichkeit versagt auf den grieschischen Inseln, obwohl es durch den beständigen Wind noch gar wirklich heiß ist!

Mit anderen Worten: Frank würdigt ihn keines Blickes mehr und fährt stattdessen mit kurzärmeligen Hemd und kurzer Hose (meine Stadler-Jacke ohne Goretex-Innenteil zusammen mit der Motorrad-Sommerhose sind dagegen ein luftig leichtes Vergnügen).

Damit Claudia daheim jetzt aber keinen Schreck bekommt, haben wir per Definition Franks kurze Anziehsachen zur High-End Biker Fashion erklärt, mit Body-Speck-Protektoren. Liebe Claudia, Frank ist jetzt nicht mehr ungeschützt!

04.07.09 – Ausgeschlafen

Sonntag, 5. Juli 2009

11:00 Uhr – Zum ersten mal seit Tourenstart sind wir von ganz alleine wach geworden – mit anderen Worten: wir sind ausgeschlafen!

So viel Energie ist ganz ungewohnt und muss gleich in Boxer-Power umgewandelt werden. Nach einen ‘Du weiß schon was’ starten wir in den Westteil der Insel, quasi Pflichtprogramm für alle ‘Big Blue’-Fans: in einer einsamen Bucht liegt das Schiffswrack aus dem Anfang des Films. Mittlerweile ist vor lauter Rost kein Lack mehr zu erkennen, die Schräglage ist bedrohlich. Aber, wie gesagt, das muss man gesehen haben, genau so wie das Kloster ‘Chosoviotissa’ auf dem Weg nach Agia Anna.

In der südwestlichsten Ecke von Amorgos pausieren wir in der alten Piratenbucht, wo die Schurken früher nach erfolgreichem Beutezug gut geschützt vor Anker gehen konnten.

Der Weg über die Insel ist einfach genial, kleine Straßen, leichter Wind, mein neuer Jet-Helm ist dafür wie geschaffen. Da Amorgos eigentlich nicht mehr als ein langer Gebirgsrücken ist, fährt man fast immer auf dem Kamm entlang.

Unterhalb des Bergdörfchens ‘Vroutsi’ betreibt Manollis eine Taverne, die malerisch auf einem Plateau am Steilhang gebaut ist. Natürlich gibt es auch dort ganz viel ‘Du weißt schon was’. Schön ist, dass ich Manolis schon durch viele Inselbesuche kenne und wir uns viel zu erzählen haben.

PS: Hallo Martin, Manollis richtet Dir beste Grüße aus, Eure ‘Szenen einer Ehe’ bleiben unvergessen!

03.08.09 Bei Tage betrachtet

Sonntag, 5. Juli 2009

14:30 Uhr – Ausgeschlafen und geduscht brauchen wir dringend etwas ‘Du weißt schon was’. In einer kleinen Taverne in der Chora erkennt mich die Wirtin wieder – willkommen daheim!

Wir stellen fest, dass seit unserer Abreise genau eine Woche vergangen ist, wir aber durch die vielen Erlebnisse das Gefühl haben, schon eine Ewigkeit unterwegs zu sein.

Da es in der Chora kein Internet zu geben scheint und inzwischen die letzten zwei Berichte auf die Veröffentlichung im Webtagebuch warten, fahren wir hinab in den kleinen Hafen Katapola, wo es ein Internetcafe gibt. Leider gibt es aber kein WLAN, so dass wir die Berichte nicht mit dem iPhone, sondern ohne Fotos mühsam noch einmal per griechischer Tastatur direkt in Webtagebuch tippen (schade, das Foto vom schlafenden Frank auf dem Dorfplatz ist echt sehenswert). Wer also jetzt ein paar Inseleindrücke gewinnen möchte, dem empfehlen wir mit den Stichworten ‘Amorgos’, ‘Chora’ und ‘Kataola’ zu googeln.

Da die meisten der Kykladeninseln nur mit einigem Aufwand zu erreichen sind, gibt es auch fast keinen Pauschal-Tourismus (eine ungewisse Nacht auf dem Dorflatz ist nicht jedermanns/fraus Sache:-). Wir sind begeistert…

03.07.09 Amorgos – die Ankunft

Sonntag, 5. Juli 2009

20:00 – Die Blue Star Naxos ist tatsächlich brechend voll. Sowohl die klimatisierten Innenräume, wie auch die Oberdecks sind bis auf den letztn Platz belegt.

Was mich wundert: man sieht wenig ausländische Touristen. Dafür gibt es an Board McDonalds, was ausnahmsweise mal ganz erfreulich ist, da die Cola bei einer Einheitsgröße von 0,5l sehr günstig ist. Und der Wasserverlust durch die Sprinteinlagen in Piraeus ist noch lange nicht ausgeglichen!

Die Fähre steuert die Inseln Syros, Paros, Naxos und Donussa an, bevor sie gegen 02:30 Uhr Egiali/Amorgos erreicht. Mittlerweile sind kaum noch Passagiere an Bord und wir verlassen mit einer handvoll Menschen die Fähre.

Jetzt stellt sich die Frage: wo verbringen wir die restlichen Nachtstunden? Geplantes Ziel ist die Chora von Amorgos – oder doch eine Nacht in Egiali verbringen? Spontan starten wir durch in die Chora, in der Hofnung auch um 03:00 morgens einen Vermieter zu finden. 30 km sind ja normalerweise kein Thema, bei stockdunkler Nacht eine ungesicherte steile Küstenstraße zu fahren auch nicht. Wenn Frank aber noch eine kurze Hose und Crocks anhat und schlafende Ziegen auf der Fahrbahn liegen, wird das schon spannender.

Wir stellen die Motorräder am Ortseingang der Chora ab – weiter geht’s nicht, da die Gässchen dieser, auf einer Bergkuppe gelegenen Stadt, nur per Pedes erobert begehbar sind. Aber die Chora schläft, kein freundlicher Zimmervermieter zu sehen. Für den erfahrenen Inselhüpfer ist das nicht neu: In den Morgenstunden ankommen, mit Schlafsack und Isomatte auf dem nächsten Morgen warten.

Wir lassen uns auf dem windigen Dorfpllatz nieder. Nur noch ein Paar Stunden bis Sonnenaufgang, das reißen wir mit Links, oder? Der nächtliche Himmel ist einzigartig: Über uns das Band der Milchstraße, Sternschnuppen zu jeder Zeit! Ich behaupte dass es diesen Anblick nur auf den Kykladen gibt.

Frank hat dafür gerade kein überzogenes Interesse, so etwas hat er angeblich schon öfter gesehen (glaub ich ihm aber nicht, das gibt’s nämlich nur hier:-). Den Dr. der Chemie interessiert vielmehr, auf welchen irdischen Lebensformen er seine Isomatte ausbreitet: sind aber nur Kellerasseln, also KEINE PANIK! Frank schlüpft in seinen Schlafsack und ist so schnell im Reich der Träume, dass gar nicht mehr mitbekommt, wie seine letzte Zigarette ein Loch in sein aufblasbares Kopfkissen brennt.

Da der Sonnenaufgang quasi vor der Tür steht, spare ich mir Schlafsack und Isomatte, lege mich in Motorradkleidung auf den Boden und genieße den Anblick der Milchstraße (Wie einzigartig!).

Ich werde von der Kälte geweckt, die sich durch meinen Körper zieht. Es wird zwar langsam hell, die Temperatur ist aber empfindlich abgekühlt. Jetzt noch in de Schlafsack lohnt lohnt sich nicht mehr, ich stehe lieber auf und versuche mich mit Bewegung warm zu machen. Frank schläft wie ein Stein, während in der Chora langsam das Leben erwacht: gegen 05:30 sammeln sich die ersten Männer am Dorflatz, um mit dem Inselbus ihre Arbeitsstellen zu erreichen. Ein alter Mann quert den Platz, mustert den schlafenden Frank eine Weile und geht kommentarlos weiter.

Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen öffnet das naheliegende Cafenion. Frank ist nach mehreren Weckversuchen micht wach zu kriegen, ich kämpfe im Cafenion mit mehreren Tassen Cafe gegen Kälte und Müdigkeit.

Als Frank gegen 09:00 Uhr auf den Beinen ist, bleibt er in sicherem Abstand vor dem Cafenion stehen: er glaubt, dass ich im Eingang eines privaten Hauses von der Bewohnerin Cafe serviert bekomme. Tatsächlich ist das kleine Cafenion ein ehemaliges Wohnhaus – eine typische Umnutzung in der Chora!

Eine Stunde später beziehen wir ein Zimmer im ‘Panorama’, einem kleinen Gästehaus direkt am Ortseingang

02.07.09 Piraeus – Adventure Reloaded

Freitag, 3. Juli 2009

16:15 – wir haengen ab: 13:00, 14:00, 15:00 Uhr… Frank treibt’s nochmal in die Innenstadt, vielleicht findet er ja etwas guenstiges ‘ Du weisst schon was’ (so werde ich jetzt immer Nahrungsmittel nennen, denn wir wollen ja nicht darueber reden). Gegen 15:30 mache ich das Spiel “Verstehst Du Dein Ticket?”. Natuerlich da alles auf griechisch. Aha, auf 2 Tickets steht auf englisch “Passenger”. Auf dem dritten Ticket an gleicher Stelle “Vehicles”. Steht da irgendwas mit “2″? Oh, scheint nur fuer ein Motorrad zu sein – werden wir mal schnell noch eins besorgen muessen.

Nach Franks Rueckkehr gehe ich och einmal in den Ticket-Shop, wo man mir leider mitteilt “Sorry, ship is full! Maybe at the main Blue Star Office”. Auch bei mittlerweile schwuelen 38 Grad im Schatten kann man erstaunlich schnell laufen – nur eine Frage des Wollens.

Im Blue Star Main Office erhalte ich die gleiche Antwort: “Ship is full, ask at the Blue Star Kiosk beside the Ship”.

Na bitte, man kann sogar zweimal spurten, wenn die Faehre bereits in den Hafen einlaueft. Auch am Kiosk die gleiche Antwort. Ich mache der Schalterdame Kulleraugen wie der Kater bei Shrek II und hauche “Please help me…” Entweder hat das beeindruckt, oder sie wollte den Spinner loswerden. Auf jeden Fall haucht sie verschwoererisch zurueck: “Go to the ship and ask the officer, maybe he finds a way…”

All die teuren Fluessigkeiten, die wir zum Ausgleich unseres Wasserhaushaltes im Hafencafe zu uns genommen haben, sind inzwischen ausgeschwitzt.

Wir fahren mit den Mopeds zur Faehre und sprechen mit dem Officer. Ja, dieser Man sieht nicht nur selbstbewusst aus, er hat auch die Macht, sich ueber solche Lapalien wie Verladevorschriften hinwegzusetzen. Wohlwollend tut er sein gutes Werk fuer diesen Tag und laesst uns in den Bauch des Stahlmonsters.

So, zur Feier des Tages und voellig dehydriert goennen wir uns ein suendhaft teures “Du weisst schon was” aus Hopfen…

P.S.: Und wenn die Faehre heute wegen der Ueberlastung des einen zusaetzlichen Mopeds absaeuft, entschuldigen wir uns hiermit ganz offiziell.

02.07.09 Piraeus

Freitag, 3. Juli 2009

11.30 Uhr – Guten morgen Athen, Du kannst so haesslich sein (frei nach Peter Fox). Jeder, der sich gerne an Gummibaendern von Bruecken stuerzt, oder heimlich bei Nachbar’s Auto am Auspuff schnueffelt, kommt in Piraeus voll auf seine Kosten. Bei 37 Grad im Schatten schieben wir uns mit dem Morgenverkehr nach Piraeus. Dank Navi geht das sogar recht stressfrei.

Da wir heute morgen beim Packen der Motorraeder bereits komplett durchgeschwitzt sind, faehrt Frank im T-Shirt ohne Jacke – am liebsten wuerde er die Hose auch gleich weglassen.

Athen, mit seinen eingegliederten Vororten, ist immer wieder imposant, aber wirklich nicht schoen. Wir fragen uns, warum hier ueberhaupt noch etwas funktioniert und wie die Athener hier leben koennen – aber das fragen sich die Athener sicherlich auch, wenn sie deutsche Grossstaedte sehen.

Im Faehrhafen von Piraeus weht ein leichter Wind, was unsere Wartezeit bis zum Auslaufen der Faehre angenehm macht. Um 17.30 Uhr fahren wir mit der ‘Blue Star Naxos’ nach Amorgos. Vorraussichtliche Ankunft wird Freitag um 02:00 Uhr morgens in der Hafenstadt Egiali sein. Normalerweise sitzt man da fest, bis an irgendeinem schoenen Tag mal der Inselbus kommt – da wir mobil sind, freue ich mich aber schon auf die morgendliche Inselueberquerung.

P.S.: Mangels WLAN auf Amorgos haben wir den Bericht muehsam auf einer griechischen Tastatur eingehackt. Fotos folgen spaeter.

01.07.2009 Miss Marple

Donnerstag, 2. Juli 2009

Vor der Tour war ich etwas unsicher, ob ich meiner 26 Jahre alten und 236.000 km gefahrenen BMW R100/7 (von Claudia “Miss Marple” genannt: “alt und faltig aber immer noch sehr flink”) solche Strapazen zumuten kann. Ich habe vor dem Urlaub noch etwas Geld in die Hand genommen und neben der neuen Bereifung (ein absolutes Muß für griechische Straßen!) auch neue Bremsen, ein neues Lenkkopflager, eine Ventilspieleinstellung und eine Vergasersynchronisation spendiert. Aber die alte Dame hatte mich bis jetzt nicht im Stich gelassen und so bin ich recht zuversichtlich losgefahren. Heute, ca. 1.500 km weiter, machte ich mit Johannes bei einem Kaffee Pause und wir überlegten die Vorzüge einer neueren BMW. Als wir die letzten 200 km vor Athen mit 120 km/h auf der Autobahn langfuhren ging plötzlich mein Motorrad “einfach aus”. Hinter mir war ein griechischer LKW, der auf sich aufmerksam machte, rechts von mir war der Beschleunigungsstreifen einer Einfahrt. Ich wurde immer langsamer und überlegte schon, ob ich es bis auf den Standstreifen hinter der Beschleunigungsspur schaffen würde. Als mein Motorrad nur noch ca. 30 km/h schnell war, sprang es wieder an. Danach fuhr ich noch ein paar km weiter, als es in einer Baustelle nicht mehr wollte. Gleiche Kulisse (LKW…), nur dass der Standstreifen fehlte. Ich überlegte mir schon, wie ich zwischen den Pilonen der Baustelle und dem Gegenverkehr “sanft” halten könnte, als mein Motorrad plötzlich wieder ansprang. Schweissgebadet setzte ich bei der nächsten Rastmöglichkeit den Blinker und wir machten erst Mal eine Pause. Ich rief den Zweiradmechanikermeister Michael Köhn an und schilderte ihm die Symptome. Er tippte auf “Zündspule oder Zündgeber”. “Das ist eine Krankheit bei diesen Modellen, bei Überhitzung schalten die sich ab.” Wir beschlossen, mein Motorrad nicht mehr weiter zu überfordern und fuhren gemächlich weiter zu unserem jetzigen Quartier “Hotel Melissa”, in der Nähe von Athen.

01.07.09 Es ist viel passiert

Mittwoch, 1. Juli 2009

Ja, in der Tat: Nachdem wir die Meteora-Klöster besichtig haben, brechen wir quer durchs Land gen Süden auf. Noch bei bestem Sonnenschein auf Landstraßen über Berge und riesige landwirtschaftlich genutzte Ebenen. Wir kommen dabei so flott voran, dass wir basisdemokratisch mit einfacher Mehrheit beschließen, Delphi links liegen zu lassen und heute noch bis kurz vor Athen zu fahren. Auch ein Grund dafür ist der Wetterbericht im griechischen Fernsehen, der für die folgenden Tage Sonne an den Vormittagen und Regen und Gewitter an den Nachmittagen vorhersagt – ausgenommen die Inseln.

An alle, die denken, in Griechenland könne man auf der Straße die Sau raus lassen, den sei hier berichtet, das auf der gesamten Strecke in Abständen von 10 km Blitzkästen stehen und zwar mit der Optik auf das hintere Nummernschild gerichtet – also nichts mit freundlich winken, das Gesicht des Fahrers interessiert die Polizei hier herzlich wenig! Aber sie sind fair: vor jedem Blitzkasten wir ca. 1 km vorher gewarnt – mit Ausnahme von zwei Stellen …

Wir haben aber auch philosophische Momente: Während einer Pause denkt Frank laut (in Höhrweite seines Motorrades) darüber nach, ob er sich im Winter nicht mal eine Neue zulegen soll, die alte Lady hat ihn zwar noch nie im Stich gelassen, aber rein wegen der Zuverlässigkeit würde es schon Sinn machen (natürlich hat unser sonstiger Gedankenaustauch weit höheres Niveau – das kann hier allerdings nicht so einfach wiedergegeben werden).

Die restlichen 290 km nehmen wir die Autobahn, wo wir auch mal richtig Gas geben können. Regel für den Vorausfahrenden ist es natürlich darauf zu achten, den Hintermann nicht zu verlieren. Das erfolgt bereits automatisch: Blick in den Spiegel – Frank ist da – Blick nach vorne, Gas geben – Blick in den Spiegel – Frank ist da – Blick nach vorne, Gas geben – Blick in den Spiegel Frank IST WEG – überhaupt nicht mehr zu sehen!!!

Die Temperatur auf der Autobahn erreicht in diesem Augenblick gefühlte 100 Grad. Umdrehen geht nicht, also auf dem Standstreifen anhalten und warten. Nach einer gefühlten Ewigkeit ist er bei mir. Normalerweise mit südländischer Bräune gesegnet, wirkt Frank im Moment eher blass – als hätten wir das Übel bei der letzten Pause herbeigeredet, sein Moped bei voller Fahrt einfach ausgegangen. Die alte Lady hat’s ihm echt krumm genommen, dass er sie auswechseln will. Wahrscheinlich würde da so manche eine bockig werden …

Vielleicht ist sie aber auch einfach überhitzt. Kein Wunder, wer will im Rentenalter auch schon über eine heiße Autobahn geprügelt werden? Wir fahren jetzt im gemäßigten Tempo weiter und erreichen fast ohne Zündaussetzer das Etappenziel Mandra, 30 km vor Athen.

Eine schöne Kleinstadt mit gemütlichen Gassen. Da werden wir wohl auch ein gemütliches Hotel finden, Denkste: das nächste Hotel befindet sich in einem ziemlich ungemütlichen Vorort. Egal, wir sind geschaft vom Tag und nehmen was kommt. Das Hotel ‘Melissa’ entpuppt sich aber als echter Glücksfall, denn wir können die Mopeds im hoteleigenen Vorratsschuppen (siehe Foto) abstellen und haben freien Zugang zum hoteleigenen WLAN!

Wir haben Hunger, finden aber kein Restaurant! Unglaublich: Caffes und Bars an jeder Ecke, nur keine Taverne (ja, essen die Leute hier nur zu Hause?)

Na endlich, in einer versteckten Gasse gibt es doch was. Fleischberge vor dem geistigen Auge nehmen wir Platz, der Tisch wird gedeckt, eine kleine Speisekarte wird gereicht – wir sind in einem Fischrestaurant gelandet! Macht mir ja nichts aus, aber Frank wird ad hoc zum Vegetarier. Und ausserdem ist Fisch ganz schön teuer und so richtig satt bin ich von meiner Krakententakel auch nicht geworde (ups, jetzt schreibe ich schon wieder vom Essen, das wollte ich doch gar nicht).

So, der Tag ist vorbei, morgen geht’s nach Piräus und auf die Inseln. Mal sehen was wir davon erzählen können -kalinichta!

Pst, nicht weiter sagen: Frank ist gerade ganz frustriert ins Bett gegangen – er hat heute nämlich auch einen Post auf seinem Windows Mobile PDA geschrieben und nicht in den Blog bekommen, Zitat: “Bei mit klappt heute gar nichts, veraltetes Motorrad, veraltete Computertechnik!” – sind beides eben Sachen für Bastler;-)