20:30 Uhr – Schon der Start in Göttingen verspricht nicht viel Gutes. Miss Marple sträubt sich wehement gegen die Heimkehr – sie ahnt, was ihr blüht. Alle 500 m geht sie aus und startet erneut feuerspuckend mit einem lauten Knall.
Das ist für die Autobahn zu riskant. Wir fahren daher über die B3 weiter Richtung Hannover. Die Dauerknallerei verschafft uns zumindest Aufmerksamkeit. 2 x 500 ccm können wirklich verdammt laut fehlzünden – da ich hinter Frank fahre (anders macht es keinen Sinn mehr), komme ich mir vor wie ein Polizeipferd, dass mit Pistollenschüssen abgerichtet wird, damit es auf der nächsten Demo nicht in Panik gerät.
Aber es sieht schon lustig aus: Die Fehlzündungen kündigen sich optisch an, indem das Motorrad langsamer wird und sich leicht schüttelt, dann Mündungsfeuer, lauter Knall, es geht wieder weiter. In 500 m das gleiche Spiel…
Was in keinem der von uns bereisten Ländern vorkommt, ist der Motorradfahrergruß, wir müssen uns hier erst wieder an dieses Handicap gewöhnen. In einer Ortschafft kommt uns ein ‘Kollege’ entgegen und hebt freundlich seine ‘Hand zum Gruß’, was von Miss Marple mit einer besonders lauten Fehlzündung erwiedert wird – der Arme erschreckt sich dabei so sehr, dass er fast den Lenker verreist. Und ich verreiße fast den Lenker, weil mir die Lachtrännen in die Augen schießen
Ähnliches wiederholt sich in all den kleinen Örtchen, die wir durchfahren: die Knallerei läßt alle, die gerade in der Nähe sind zusammenzucken!
Wenn Miss Marple geneigt ist zu fahren, gibt Frank auch ordentlich Gas, jeder Meter zählt! Da können ihn auch diese komischen neuen Blitzkastensäulen nicht aufhalten, die in den meisten Orten an der B3 jetzt stehen. Und eine davon macht auch glatt ein Foto von der Szenerie. Uns ist aber noch nicht klar, ob es wegen der Geschwindigkeit oder der Lärmbelästigung ist!
Gegen 19:45 Uhr machen wir eine letzte Pause in Arnum und beenden mit einem feierlichen Händedruck unser ‘Long Way Hellas’-Abenteuer! Ab Hemmingen fährt/knallt jeder für sich nach Hause…
Was bleibt, sind die Erinnerungen an wunderschöne und unglaublich erlebnisreiche Tage, an viele kleine und große Abenteuer. Und was bleibt, ist dieses Webtagebuch, in dem die vielen kleinen und großen Abenteuer festgehalten sind.
Wir bedanken uns hiermit ganz herzlich bei unseren vielen aktiven und passiven Lesern: Wir haben uns auf Eure Kommentare wie die kleinen Kinder gefreut und nicht selten Tränen gelacht. Ohne Euch wäre das Experiment ‘Webtagebuch’ wahrscheinlich nach ein paar Tagen eingeschlafen!
Wie angekündigt, werden wir daraus ein Fotobuch machen (dann hoffentlich ohne die vielen Tippfehler) und als PDF-Version hier zur Verfügung stellen. Wer mag, kann es auch hochglanzgedruckt bekommen.
Aber erst einmal müssen jetzt auch unsere Köpfe langsam ankommen, die verweilen nämlich gerade noch an der einen oder anderen Stelle in Griechenland
Ganz liebe Grüße
Frank & Johannes
Unser letztes Tourenfoto:
- Kurz hinter Göttingen

















