22:00 Uhr – der Regen hört nicht auf, er wird stärker. Schlimmer kann’s nicht kommen, haben wir bis kurz vor München noch gedacht und dann gab es tatsächlich noch eine Steigerung: es regnet so intensiv, dass das auf der Autobahn stehende Wasser durch den prasselnden Regen wieder hochspritzt (ich glaube, für die Autofahrer war das Aquaplaning).
Zu diesem Zeitpunkt gibt der Regenschutz unsere Kleidung auf. Egal ob ‘Atlantis’ oder ‘Stadler’, das Wasser läuft jetzt frei nach innen und in die Schuhe. Der kalte Fahrwind gibt uns jetzt den Rest.
An einer Raststädte treffen wir auf zwei Regensburger Motorradfahrer, die vom Gardasee kommen und unser Schicksal teilen: auch sie sind nass bis auf die Knochen!
Eigentlich hätte ich gerne ein paar Fotos von dieser skurilen Atmosphäre geschossen, aber die Hände sind ebenfalls nass, ich hätte das iPhone ertränkt
Die letzten 150 km werden zur Qual. Wir haben in den Pausen zwar unseren Spaß, wenn wir zähneklapernd und bibbernd vor uns hinzapeln, wirklich lustig ist das aber nicht mehr.
Rund 60 km vor Nürnberg wird es auch noch stockdunkel, durch die verregneten Visiere haben wir nur noch sehr eingeschränkte Sicht auf die im Regen stehnde Fahrban. Wir heften uns mit 80 kmh an einen vorausfahrenden LKW, um wenigstens einen Fixpunkt zu haben. Am Schluss sind wir so kältesteif, dass wir die Kehre in der Ausfahrt nur mit Mühe schaffen, ganz ganz langsam.
Erst um 22:00 Uhr stehen wir zähneklappernd vor der Tür unserer Gastgeber. Wir müssen einen jämmerlichen Eindruck machen, denn wir werden sofort mit lebenserhaltenden Maßnahmen versorgt: Tee, ‘Du weißt schon was’ und vor allem, mit einer HEISSEN DUSCHE!
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- Lebenserhaltende Maßnahmen
