Artikel-Schlagworte: „griechische Fähre“

16.07.09 Deja Vue

Donnerstag, 16. Juli 2009

23:30 Uhr – Leute, Ihr werdet’s nicht glauben, wenn ich Euch erzähl die G’schicht! Aber ganz langsam, cigar, cigar, griechisch denken, griechisch handeln! Das Letzte, wovon wir berichtet habe, war der funktionierende Hotspot im popup-Cafe.

Nach einigen runden Internet (ich muss Frank mein iPhone auch immer mal für ein Stündchen leihen), begeben wir uns noch einmal auf unser Zimmer, das wir bis 18:00 Uhr verlängert haben, um uns ein wenig frisch zu machen (ah, was für ein herrlicher Ausdruck aus der Erwachsenenwelt).

Das Telefon klingelt – Holger ruft an, um uns für die gute Unterhaltung mit dem Webtagebuch zu danken und sich in den eigenen Urlaub zu verbschieden. Deshalb an dieser Stelle: Liebe Tanja, lieber Holger, liebe Jana, ganz viel Spaß und tolle Erlebnisse auf Eurer Motorradtour durch Spanien!!! Wir sind gespannt auf Eure Berichte und Fotos! Habt Ihr eventuell ein Webtagebuch? Ich glaube, da gäbe es eine ganze Reihe Fans, die bei Euch gerne weiter lesen würden…

18:00 Uhr, mit den Tickets in der Tasche fahren wir zum Hafen, wo schon ein paar Jugendgruppen aus unseren nordischen Nachbarländern auf Einlass warten (die haben wahrscheinlich alle das Musical Mama Mia gesehen und verzweifelt die Filminsel gesucht). Da wir noch vier Stunden bis zum Boarding haben, setzen wir uns in das gehenüberliegende Cafenion und lassen die Zeit mit etwas ‘Du weißt schon was’ verstreichen, cigar, cigar, griechisch denken, …

Langsam wird es dunkel und die Anzeichen verdichten sich, dass wir hereingelassen werden. Und tatsächlich winkt man uns freundlich zur Ladeluke, damit wir noch vor allen PKW und LKW hereinkommen können.

Und jetzt kommt’s: Ein freundlicher Unifomierter informiert uns bei der Ticket-Kontrolle: ‘Sorry, first checkin!’.

Peng, Deja Vue – hä? Checkin? Aber das haben wir doch vorhin schon alles im Main Office von Anek Lines bei der dussel…, sorry, arbeitsunlustigen Dame erledigt!!! – ‘Sorry, no checkin, no come in’!

Cigar, cigar, nur noch einmal griechisch denken und handeln – wir starten durch zum Checkin-Schalter, der zu unserer großen Freude geschlossen hat. ‘Open from 22:00 to 23:00′ – eine gewagte Öffnungszeit, wenn man bedenkt, dass laut unserer Reiseunterlagen bis spätestesten 22:00 Uhr eingecheckt sein muss. Aber, wir sind in Griechenland und da ist alles etwas chaotisch und am Ende wird alles gut! Der Schalter öffnet um 21:30 Uhr und ich reiche der jungen Dame, die gut gelaunt ist und heute wohl schon genügend Zeit hatte, alle Neuigkeiten mit ihren Freundinnen auszutauschen, die Tickets zum Checkin. Sie tippt fleißig etwas in den Computer und runzelt die Stirn – die Spannung steigt, bitte jetzt keine ‘Problema’ mehr! Ist doch egal, dass auf allen Tickets der Name ‘Kollende, Johanne’ steht, oder? Bin ich eben zweimal ertrunken, wenn der Kahn untergeht. Sie schüttelt den Kopf ohne auch nur einmal aufzuschauen und tippt weiter auf der Tastatur herum. Das ist mindestens so schlimm wie beim Zahnarzt, wenn der in deinen Mund schaut und ‘Oh, oh!’ sagt und Du nicht weißt warum. Jetzt schaut sie mich an, das Gesicht entspannt sich, mit einem strahlenden Lächeln überreicht sie mir die Tickets: ‘Now, you can boarding’!

Jetzt schnell zur Fähre zurück, wo wir freundlich eingelassen werden, Mopeds sturmfest verzurrt (dieses Mal macht die Crew das hochprofessionell) und ab zur Rezeption – wir haben für die zwei Nächte eine Kabine gebucht! Wie im gehobenen Hotel werden wir von einem Stewart, der sich auch gleich unser Gepäck schnappt, zu unserer Kabine geführt.

Was soll ich sagen: Gerechnet haben wir mit einem Loch – bekommen haben wir eine Außenkabine mit allem Luxus. Es ist geräumig, klimatisiert, tolle Betten, gepflegte Einrichtung, Kühlschrank und – das Beste – ein Badezimmer mit Waschbecken, Dusche und Klo (wir wollten schon das Essen einstellen um nicht die Öffentlichen benutzen zu müssen)!

Wir werden die nächsten zwei Tage auf See also richtig genießen können…

Fotos:
- Vor der Fähre
- Cafenion gegenüber
- Unere Luxuskabine
- Abfahrt

28.06.09 Sophokles

Sonntag, 28. Juni 2009

11:30 Uhr – Wir stehen um 06:00 Uhr auf, um nach dem Frühstück pünktlich unsere Fähre zu erreichen. Im Hotel gibt es einen Frühstücksraum und gedeckte Tische. Und es gibt ein original italienisches Frühstück: also nichts! Besser gesagt fast nichts- oder anders ausgedrückt, den Hauch einer Ahnung eines Frühstücks! Also, ich habe mir ja fest vorgenommen, keine Futterthemen zu posten, aber der Magen kann einen schon ganz schön währen der Fahrt beschäftigen, wenn statt der erhofften Kaffemengen nur ein fingerhutgroßer Espressotässchen mit Minicroissant und Zwieback gereicht wird.

Aber dafür scheint heute die Sonne: im Bassano, In Venedig und ganz bestimmt auch in Griechenland, oder? Die Fahrt über die kleinen Ortschaften und Dörfer nach Venedig ist ein Genuss (wie Urlaub) und superpünktlich um 09:30 Uhr erreichen wir den Hafen.

Freundliche Einweiser winken uns gleich zur Verladerampe der ‘Sophokles’ weiter und schicken uns mach Ticketkontrolle auch gleich wieder weg: “Checkin first, please” Wieso, wir haben doch Tickets? Ein griechischer Motorradfahrer klärt uns auf, dass wir, wie beim Flugzeug, nur mit Bordkarten reinkommen und die gibt’s eben beim Checkin!

Aha, ist ja auch unser erstes Mal. Beim Checkin-Schalter wird die freundliche Checkin-Fachkraft plötzlich sehr ernst und erklärt uns – während sie meinem Namen durchstreicht – dass es ein “Problema” gebe, “Please wait”. “What kind of Problema?” möchte ich wissen, doch schon beschäftigen sich weitere Checkin-Fachkräfte mit unserem Fall.
Frank ist sich derweil sicher, dass ich wegen Überfahrens von einigen roten Ampeln polizeilich gesucht werde und deshalb nicht ausreisen kann. Da die freundlichen Damen so viele Sprachen sprechen können, wissen wir gar nicht, mit welcher wir sie ansprechen sollen. Während ich mit die Formulierung meiner Besorgnis schon mal sicherheitshalber in Französisch und Englisch überlege, kann Frank mit italienisch und spanisch weiterhelfen. Aber eine Lösung scheint gefunden: nachdem mein Name durch einen Nummerncode ersetzt wird (ich bin nur noch eine Nummer!), erhalten wir unsere Bordkarten und werden wieder von den freundlichen Einweisern zur Verladeluke gewunken, wo wir jetzt, ausgestattet mit den richtigen Papieren, auch passieren können. Na bitte, reine Formsache.

Auf der untersten Ebene der Fähre übernimmt ein weiterer Einweiser die Einweisung und verknotet (ja, richtig gelesen: verknotet, nicht verzurrt) unsere Motorräder mit der Rampe. Hoffen wir mal, dass die See ruhig bleibt, sonst habe ich morgen einen Kasko-Schaden mit dem nagelneuen VW Touran aus Hamburg, der nur wenige Zentimeter neben meinem linken Zylinder zur Ruhe gekommen ist. Den anderen Motorradfahrern geht es nicht besser – die haben gar keine Verknotingsmöglichkeiten, was den Bikes ausreichen Möglichkeit zum freien Flug gibt, nämlich in Richtung unserer Schätzchen.

Wird schon alles passen. Einen guten Platz für die Nacht haben wir schnell gefunden und pünktlich um 12:00 Uhr legt die Fähre in Richtung Igoumenitsa ab.

Uns wird ein fantastischer Anblick geboten: der (Wasser-)Weg führt uns direkt an der Langunenstadt vorbei, mit Blick auf Canale Grande und Markusplatz.

Ein herzliches. ‘Yassas’, liebe Leser, wir werden aus Griechenland weiterberoichten, wo wir als erstes den kleinen Ort Lia besuchen wollen, über dessen Bürgerkriegsvergangenheit in dem Buch ‘Eleni’ von Nicolas Gage berichtet wird (<— Lesetipp).