Archiv für die Kategorie „Back To The Roots – mit dem Motorrad bis Afrika“

07.07.10 Die Ruhe vor dem Sturm

Mittwoch, 7. Juli 2010

12:52 Uhr – Noch ist alles ruhig, obwohl der Wind wieder heftig stürmt und es heute morgen kräftig gewittert hat. Aber das WM-Spiel Deutschland-Spanien steht noch an und im spanischen Fernsehen wird bereits mit Parolen wie ‘Adios Alemania’ der eigene WM-Sieg gefeiert.

Aber wir sind auf ein anderes Ergebnis vorbereitet und werden morgen bei Sonnenaufgang die Flucht in Richtung Sierra Nevada antreten. Dort erwartet uns der zweithöchste Berg Spaniens und die Stadt Granada mit der letzten arabischen Bastion ‘Al Hambra’.

Heute werden wir also – wie gestern auch – den Tag noch einmal ruhig angehen und Sonne, Strand und Bücher genießen…

Johannes

05.07.10 Mal ein bisschen am Meer langfahren (4)

Montag, 5. Juli 2010

16:30 Uhr – Jetzt ist es ja nicht mehr weit bis Gibraltar – denken wir, aber wir müssen durch die furchtbar verstopfte Stadt Algeciras (von gehen die Fähren nach Afrika/Ceuta) durch und das nervt. Im Schneckentempo kommen wir voran – aber jetzt umkehren?

Und nun baut sich der Felsen von Gibraltar vor und auf! Und drum herum und obendrauf ist: ENGLAND!

Die Einreise dauert (ja richtig gelesen: die Einreise – Gibraltar ist nämlich Freihandelszone), der gesamte Verkehr wird über eine kleine Kontrollstelle geleitet.

Dahinter ist wirklich England: Wir kommen uns vor wie in Wales, einfach knuffig, die Gassen, Häuser, Pubs und Shops! Und die Leute hier sind auch echte Engländer, das sieht man sofort.

Auf Gibraltar gibt es frei lebende Affen und auf unserer Tour um die Insel finden wir tatsächlich einen! Ich glaube, das hat Seltenheitswert, deshalb machen wir mit gebührendem Abstand ein paar Fotos.

Und wenn wir es schon bis England geschafft haben, dann werden wir auch typisch englisch in einem Pub speisen – nachdem sich unser kleiner Spontanausflug etwas verlängert hat, haben sich in der Magengegend spürbare Vakuums gebildet. Fotos gibt’s davon aber nicht, ab sofort gilt das Tabu wieder.

Es ist mittlerweile Abend geworden und wir kämpfen uns über die Grenze zurück nach Spanien. In der untergehenden Sonne geht es zurück nach Conil.

Also, ich hätte nichts dagegen, morgen wieder mal ein bisschen am Meer langzufahren…

Johannes

05.07.10 Mal ein bisschen am Meer langfahren (3)

Montag, 5. Juli 2010

15:30 Uhr – Jetzt sind wir eigentlich schon ziemlich nah an Gibraltar dran, warum nicht noch ein Abstecher dahin?

Kurz hinter Tarifa halten wir an einen Aussichtspunkt. Wir sehen tatsächlich Afrika (auf dem Rückweg bei Abendsonne sind die afrikanischen Gebirge zum Greifen nah).

Eine Gruppe englischer Harley-Fahrer rastet ebenfalls dort. Wir tauschen Erfahrungen und Routen aus und sie empfehlen uns, nicht nach Afrika überzusetzen. Mit den Motorrädern dauert das ewig lange (man verläßt eben Europa und da fällt viel Papierkram an) und ohne sieht man in der kurzen Zeit, die für eine Tagestour bleibt, nichts.

Wir denken darüber nach, gesehen haben Afrika ja schließlich jetzt. Wir verabschieden uns very British und mit ihrer versöhnlichen Aufforderung “And don’t forget, you have to win the championchip!” bitte ich sie noch um ein Foto für diesen Weblog. “Nice to see you…”

Johannes

05.07.10 Mal ein bisschen am Meer langfahren (2)

Montag, 5. Juli 2010

15:00 Uhr – Wir erreichen Tarifa, den südlichsten Zipfel Spaniens, am dichtesten an Afrika dran. Hier trennt die Meerenge von Gibraltar den Atlantik vom Mittelmeer.

Der Fährhafen verbindet Die Stadt mit Tanger – dementsprechend hoch sind die Sicherheitsvorkehrungen am Hafen…

Johannes

05.07.10 Mal ein bisschen am Meer langfahren (1)

Montag, 5. Juli 2010

13:00 Uhr – “Ich will mal ein bisschen am Meer langfahren, kommst’e mit?” Na klar, das klingt gut und macht immer Spaß – ich weiß ja noch nicht wo das enden wird.

So klappern wir eine kleine Küstenstraße Richtung Tarifa ab und landen in dem Örtchen Bolonia, welches eine römische Ausgrabungsstädte und einen superweißen Strand samt gigantischer Düne bietet…

Johannes

04.07.10 Im Internetcafé

Sonntag, 4. Juli 2010

20:58 – Ah, endlich wieder Datenschubsen bis der Akku leer ist – wir sind im Internetcafé…

Johannes

04.07.10 Wie es beliebt

Sonntag, 4. Juli 2010

18:00 Uhr – Der Sonntag beginnt sonnig und windig und mein Motorrad schaut mich vorwurfsvoll an: Wozu hast mich mitgenommen, zum rumstehen oder zum fahren? Ich habe verstanden!

Während Frank heute lieber sein persönliches Leder über die Farbe rot zur Bräunung anregen will, suche ich mir ein Tagesziel im Norden aus: Arcos de la Frontera. Die Stadt liegt auf der Route der weißen Orte und ist auf einer Klippe erbaut.

Die Fahrt dorthin geht über eine weite Ebene mit Sonnenblumenfeldern. Wind ist dort nicht mehr vorhanden und schnell spüre ich wieder die Temperaturen von über 40 Grad.

Und dann taucht sie plötzlich vor mir auf: Die Stadt mit den weißen Häuser und der mittelalterliche Burganlage leuchten auf der gigantischen roten Sandsteinklippe!

Jeder denkt das eine, doch dafür ist’s zu heiß: bei den Temperaturen schenke ich mir die Stadt- und Burgbesichtigung, das schafft man nur, wenn man aus dem klimatisierten Auto steigt!

Um nicht die gleiche Strecke wieder zurück zu fahren, wähle ich eine westliche Route über die Stadt Ubrice zurück. Was auf der Karte eine Landstraße ist, entpuppt sich als alpine Gebirgstour auf über 1.000 m. Die kleine Straße windet sich mit engen Kurven nach oben und über den Kamm. An Hinweisschilder sehe ich, dass dies der Nationalpark Sierra de Grazalema ist. Einsam geht es hier zu, gerade mal zwei Wanderer begegnen mir auf der Strecke. Und zum Glück auch keine Bären, was mich in der Abgeschiedenheit nicht wundern würde.

Die Straße ist übersät mit breiten Bitumenstreifen, die den rissigen Asphalt glätten sollen. Und das tun sie tatsächlich: Selbst auf gerader Strecke rutschen Vorder- und Hinterreifen immer wieder weg – nicht schlimm, aber ungewohnt. In den Kurven ist das schon ein bisschen fieser.

Rechtskurve – Linkskurve – Rechtskurve – Linkskurve – ein Traum! Und langsam auch ein kleiner Albtraum: ich hätte mal vorher tanken sollen! Im Nationalpark gibt es keine Tankstellen und bis nach Conil wird’s eng.

Im Venta Nueva de Galiz, einem ebenfalls schneeweißen Bergort am südlichen Rand des Parks gibt es Sprit – puh, man kann auch ohne Hitze schwitzen!

Nach 255 km und fünf Stunden Fahrt bin ich zurück in Conil, wo es nach wie vor sehr windig ist.

Und auch Frank hat es geschafft: Sein Rücken hat die vielversprechende Übergangsfarbe Rot angenommen – die Bräunung kommt jetzt wie von selbst…

Johannes

PS: Es ist fasst unmöglich unterwegs vernünftige Fotos zu machen, da die Straßen keinen Seitenbereich zum Anhalten bieten und häufig auch mit einer direkten tiefen Abrisskante für den Wasserlauf bestückt sind. Für ein Foto heißt es oft: Rückwärtigen Verkehr beobachten, iPhone rausfingern, knipsen, alles wieder verstauen und weiter.

03.07.10 Zur Feier des Tages

Samstag, 3. Juli 2010

22:58 Uhr – Nun haben wir den Salat: Deutschland spielt gegen Spanien!

Schon das heutige Public Viewing war nicht ganz ohne: Eingekeilt zwischen lauter Argentinien-Fans braucht man schon Mut, sich gleich vier Mal zu freuen!

Zur Feier des Tages hat Frank sein Motorrad geputzt und anschließend haben wir für unser ‘Private Tapas’ eingekauft. Und jetzt breche ich an dieser Stelle mal unser eigenes Tabu und bringe ein paar Bilder der Köstlichkeiten:

Es gibt heute
- Champignoncremesuppe nur für Frank
- Ensalada Mista con ciboles (igitt)
- Ensalada Mista sin ciboles (lecker)
- Pane
- Gambas con Aioli

Dass Frank der Verzehr von Tieren, die noch Augen haben unangenehm ist, belegt er durch ein Selbstbildnis…

Johannes

PS: Der hübsche Sonnenuntergang trügt, es stürmt und am Himmel braut sich ganz schön was zusammen.

03.07.10 Wir sind umgezogen

Samstag, 3. Juli 2010

12:08 Uhr – Wir haben ein neues Domizil! Unsere Zeit auf dem Campingplatz war ja begrenzt und so sind wir auf ein nettes Plätzchen direkt am Strand gestoßen.

Und eigentlich sind wir ganz froh. Der Campingplatz war eine Brutstätte für Mücken. Eingesperrt in unseren heißen Bungalow waren wir zur Futterstelle unsichtbarer Blutsauger degradiert worden. Mit mehr als zehn Neustichen pro Nacht und durch Juckattacken verursachtes Wachkoma fühlt man sich am nächsten Morgen ziemlich gerädert.

Das wird sich jetzt hoffentlich ändern! Das Wetter hat sich allerdings auch geändert: Es ist sehr windig geworden und eine dichte Wolkendecke ziert den Himmel…

Johannes

03.07.10 Spanisch (Teil 2)

Freitag, 2. Juli 2010

23:55 Uhr – Noch eine Anmerkung zur spanischen Sprache: Man spricht hier laut. Und nicht nur Mann, sondern auch Frau und Kind.

Wir stehen in einem großen Supermarkt an der Kasse. Beim Eintippen der Preise benötigt die kleine Kassiererin eine Information von ihrer Kollegin, die sich gerade am anderen Ende aufhält. Aus deutschen Supermärkten wäre man es jetzt gewohnt, dass die Kassiererin auf’s Knöpfchen drückt und ins Mikro nuschelt “Frau Annegret, bitte zur Kasse, Frau Annegret”. Die spanische Kassiererin braucht das nicht, sie hat schließlich eine Stimme. Mit ohrenbetäubender Lautstärke ruft sie ihr Anliegen ohne jede Anstrengung quer durch den Supermarkt, wo sie klar verstanden wird und eine ebenso voluminöse Antwort erhält.

Wir schauen uns an und denken beide das Gleiche: Mit einer spanischen Frau möchten wir niemals Streit bekommen…

Johannes

02.07.10 Spanisch

Freitag, 2. Juli 2010

23:34 Uhr – Ghana verliert gegen Uruguay und dabei haben auch die Spanier beim Public Viewing auf dem Campingplatz Afrika ganz fest die Daumen gedrückt.

Auch wenn ich die spanische Sprache nicht beherrsche, kann ich dank meiner Französichkenntnisse viel verstehen. Auch die Aussprache ist im Vergleich zum Französisch relativ einfach. Zum Sprechen reicht mein Vokabelschatz aber leider nicht und damit fangen die Probleme auch schon an: kaum jemand spricht hier eine Fremdsprache, da wird fast jede Frage zum Abenteuer.

Zum Glück kann Frank mit seinen Spanischkenntnissen immer wieder aushelfen, aber manchmal überfordert auch ihn bereits die Speisekarte. Mein elektronischer Sprachtrainer, den ich mir extra vor der Abfahrt für das iPhone besorgt habe, befähigt mich immerhin die Rechnung im Lokal verständlich zu bestellen.

Es ist aber auch immer das Gleiche: Vor der Reise nimmt man sich fest vor, wenigsten eine Tüte voll ‘Opener’ zu lernen und dann fährt man doch unvorbereitet los. Nächstes Jahr wird das anders, da bleibe ich einfach in Deutschland und bin schon jetzt bestens vorbereitet…

Johannes

02.07.10 Conil

Freitag, 2. Juli 2010

17:21 Uhr – Endlich ein WLAN- Café! Nach einer Fußstunde durch den brütend heißen Ort haben wir endlich ein Café mit Internetzugang gefunden. und da die auch gleich wieder schließen, nur schnell noch ein paar Fotos. Die Geschichten von spanischen Mücken und dem Versuch mal auszuschlafen vielleicht später…

Johannes

01.07.10 Wir haben den Atlantik erreicht

Donnerstag, 1. Juli 2010

18:00 Uhr – Wir haben den westlichsten Punkt unserer Reise erreicht: Conil de la Frontera bei Cádiz.

Ach ja, unsere Nacht in den ‘Titty Twisters’ haben wir ohne weitere Vorkommnisse gut überstanden. Wir brechen wieder früh auf, in Andalusien soll es heute 37 Grad werden.

Auch heute fahren wir durch grandiose Landschaften. Von tiefen Gebirgsschluchten bis zu weiten Ebenen, in denen sich Olivenbaum- und Sonnenblumenfelder abwechseln, ist alles dabei. In Andalusien macht sich der Einfluss der Araber bemerkbar: die ersten Palmen säumen die Straßen und die Häuser sind weiß getüncht mit blauen Fenstern und Türen.

Die Temperatur in Andalusien erreicht allerdings auch arabisches Niveau: 43 Grad – das ist die Temperatur bei der Eiweiß flockt und wir müssen auf unsere Gehirne aufpassen. Ich helfe mir, indem ich meinen Anzug unter Wasser setze, die Verdunstungskälte kühlt prima. Bei der Wildleder-Kombi von Frank geht das nicht und so fährt er nur noch im T-Shirt.

Nach 9 Stunden und 625 km erreichen wir Conil. Dass der Badeort mit seinen weißen Stränden auch bei anderen Urlaubern beliebt ist, merken wir spätestens bei der Zimmersuche. Aber wir sind geschafft und fahren – in guter Erinnerung an unser Pyrenäen-Bungalow – zum nächsten Campungplatz, wo wir eine kleine Hütte für die nächsten zwei Tage mieten können.

Und jetzt, nach 3.000 km im Sattel, werden zum erstmal gaaanz lange ausschlafen!

Buenas noches…

Johannes

30.06.10 The Titty Twisters

Mittwoch, 30. Juni 2010

20:00 Uhr – Albacete ist eine echte Großstadt und hat richtig viele Hotels. Da wir aber nicht in Business unterwegs sind, versuchen wir etwas Bezahlbares zu finden. Die Hostals und einfachen Hotels sind allerdings ausgebucht und so fahren wir weiter und nehmen das nächstbeste Angebot, was wir finden können – wir sind jetzt immerhin schon seit neun Stunden im Sattel!

Das nächstbeste Hostal finden wir rund 50 km weiter westlich. Wir sind kaputt und das Zimmer günstig. Und viele LKWs stehen hier auch. Und die Gäste im Restaurant sowie das gesamte Ambiente erinnert uns unweigerlich an das ‘Titty Twister’ im Tarantino-Film ‘From Dusk Till Dawn’.

Der Wirt bietet uns an, die Motorräder im Vorratsschuppen unterzustellen – die haben sie jetzt also schon mal!

Ein bisschen mulmig ist mir ja schon…

Johannes

30.06.10 Von Aragon nach La Mancha

Mittwoch, 30. Juni 2010

18:45 Uhr – Was für ein Tripp: Bereits um 08:00 Uhr fahren wir los und nutzen die Morgenkühle um heute ein ein paar Kilometer mehr zu schaffen. Der Himmel ist blau, die Temperatur ideal.

Nach der Tiefebene von Aragon führt unser Weg über ein gigantisches Hochplateau. Über Stunden fahren wir in Höhen zwischen 1.000 und 1.400 Metern. Die Landschaft wechselt alle 50 km ihr Gesicht: Dunkelroter und weißer Sandstein wechseln sich ab, bizarre Gebirgsformationen tauchen plötzlich auf und verschwinden wieder. So eine Landschaft haben wir noch nie erlebt. Wenn hier jetzt noch Kakteen ständen, sähe es aus wie in Mexiko.

Mitten in der Hochebene erreichen wir in einer Höhe von knapp 1.000 Metern Höhe die Stadt Teruel. Aus dem Nichts taucht sie auf und ist einfach wunderschön.

Weiter geht es über die Hochebene in die Region La Mancha. Eine filmreife Kulisse erwartet uns. Auf den Straßen sind wir fast die ganze Zeit alleine, Touristen sind nicht zu sehen – auch keine Motorradfahrer.

Erst spätnachmittags verlassen wir die Hochebene und fahren durch die kastilianischen Weinanbaugebiete in Richtung Albacete, wo wir ein Hotel suchen werden.

Eine unglaublich eindrucksvolle Tour, mit Fotos kaum wiederzugeben. Anbei ein paar Versuche, auch wenn der Wind und die Gerüche fehlen…

Johannes

PS: Was auf den Fotos wie eine Tiefebene aussieht, ist über 1.000 Meter hoch.

29.06.10 Spanien gegen Portugal

Dienstag, 29. Juni 2010

21:42 Uhr – Hitze! Die Tiefebene von Aragon ist heiß! Die Spanier wissen schon, warum sie eine lange Siesta einlegen. Wir wissen das auch, wollen aber noch ein paar Kilometer schaffen und uns dann eine Bleibe für die Nacht suchen. Vor 17:00 Uhr ist es ohnehin sinnlos irgendwo anzuklopfen.

Gegen 18:30 Uhr erreichen wir Mequinenza. Die Kleinstadt liegt an einem seeähnlichen Fluss, so genau können unsere heißgelaufenen Köpfe das nicht mehr unterscheiden. Wir können nicht mehr, das erste Hostel gehört uns.

Ausruhen, duschen und dann in eine typisch spanische Tapas-Bar! Denkste – außer einer Döner-Bude gibt es hier kein Restaurant. Dann eben nicht. Dafür tobt der Bär in der Sport-Bar neben dem Hostel: Live-Übertragung des WM-Spiels Spanien – Portugal.

Und just in diesem Augenblick schießt Spanien das 1:0 Führungstor – frenetischer Jubel! Wir jubeln natürlich mit und sind ganz aus dem Häuschen: Unser Gastgeberland kommt (hoffentlich) weiter – so ein WM Frust wie in Frankreich ist ja nicht zum aushalten! Hoffentlich wird es nicht zu einem Spiel Spanien-Deutschland kommen…

Johannes

PS: Kann uns jemand sagen, wann Deutschland das nächste Spiel gegen wen hat?

29.06.10 Auf nach Spanien

Dienstag, 29. Juni 2010

15:00 Uhr – Wir verlassen Andorra in Richtung Lleida. Die Gegend ist superschön! Die Strecke geht an verwilderten Flußläufen und Stauseen vorbei in die Ebene.

Hinter dem letzen Hügel wird es schlagartig heiß, als hätte jemand den Föhn angestellt. Drei Klimazonen in wenigen Stunden sind nicht ganz ohne. In einer kleinen Bar ruhen wir uns aus und probieren die ersten Tapas auf dieser Reise…

Johannes

29.06.10 Andorra sehen und vergessen

Dienstag, 29. Juni 2010

14:00 Uhr – Andorra, der Kleinstaat in den südlichen Pyrenäen. Ganz schön hoch, und ganz schön kalt.

Nach einem ‘Petit Dejeuner’ verlassen wir unseren Bungalow auf dem idyllischen, kleinen Campingplatz in Richtung Andorra. Gut, dass wir das gestern nicht mehr durchgezogen haben, die Anfahrt windet sich über enge Passstraßen in alpine Höhen.

Damit wird es auch zunehmend kälter und zum ersten Mal treffen wir auf Rudel von Motorradfahrern, die allesamt für den Grand Prix zu trainieren scheinen. Hinzu kommen unzählige LKW und Wohnmobile, die das Vorankommen nicht gerade erleichtern.

Andorra selbst besteht aus mehreren Skiorten, die aus seltsam anmutenden Hochhaushütten zu bestehen scheinen. Der Hauptort macht auch keinen besseren Eindruck: auf engstem Raum zieren Hochhäuser das Stadtbild, auf den wenigen Straßen dazwischen quält sich der Verkehr dahin.

Das ganze ist so hektisch, dass wir nicht einmal auf die Idee kommen, Fotos zu machen – es hätte sich aber auch wirklich nicht gelohnt.

O. K. wir haben es jetzt gesehen, tanken billig (Super unter 1 EUR) und kaufen ein paar Sachen zollfrei ein. Und jetzt schnell weiter über die Grenze nach Spanien…

Johannes

PS: Neben unserem Campingplatz gab es einen kleinen See, von dem ich Euch an dieser Stelle noch zeigen möchte.

28.06.10 Essen wie Gott in Frankreich, 2. Teil

Montag, 28. Juni 2010

18:00 Uhr – Auch der heutige Versuch ein bezahlbares Restaurant zu finden ist ziemlich erfolglos.

Zwei ehemalige Langzeitstudenten mit immer knapper Kasse wissen allerdings noch sehr gut, wie man aus wenig viel macht! Insbesondere wenn der Hunger groß ist. Unser Bungalow ist perfekt ausgestattet und schon geht’s los!

Und hier das Rezept zum nachkochen:
- Eine Tüte Nudeln (egal welche, muss nur viel sein)
- Ein Glas fertige Tomatensoße mit Geschmacksverstärkern
- Eine Tube Tomatenmark (günstige Möglichkeit die teure Fertigsoße zu verlängern)

Zubereitung:
- Alles heiß machen
- Fertig

Essen in Frankreich kann ja sooo göttlich sein…

Johannes

28.06.10 In den Pyreänen

Montag, 28. Juni 2010

16:30 Uhr – Ganz schön geschafft sind wir jetzt! Nach unserer Abfahrt von Valence – wo wir tatsächlich um 9:00 Uhr gestartet sind – haben wir unser Ziel, Andorra, knapp verfehlt: die kleinen Straßen in den Pyrenäen sind zwar ein Traum, kosten aber auch unglaublich viel Zeit.

Knapp hundert Kilometer südlich von Valence verändern sich Klima und Vegetation schlagartig: Aus heiß wird sehr heiß und die Pflanzenwelt besteht jetzt aus Kiefern, Pinien und Olivenbäumen, das ganze inklusive dem Duft von Oregano und dem Zirpen der Grillen.

Auf der Südautobahn geht es weiter bis Narbonne. Dort wechseln wir auf die A61 Richtung Toulouse bis zur nächsten Zahlstelle. Jetzt haben wir von der Autobahn die Nase voll und fahren über kleine Landstraßen in Richtung Pyrenäen.

Die Strecke führt durch die südfranzösischen Weinbaugebiete. So macht Motorradfahren richtig Spaß: Auf kleinen, kurvigen Straßen schlängeln wir uns die Pyrenäen empor bis in die Wintersportgebiete.

Das schlaucht und uns wird klar: Andorra schaffen wir heute nicht mehr! Aber wo übernachten? Die wenigen Hotels, die wir in den Dörfern finden sind ausnahmslos geschlossen, manche öffnen, wenn überhaupt, erst spät. Das Risiko ist uns zu groß und wir finden einen Campingplatz in Belcaire, der Bungalows vermietet.

Und da sind wir nun, sind froh Schlafsäcke dabei zu haben und ein festes Holzdach über dem Kopf – in der Ferne hören wir das Donnern eines Gewitters über Andorra…

Johannes