5.500 km mit dem Motorrad durch Deutschland, Frankreich, Andorra und – als Hauptreiseland – Spanien. Afrika haben wir nicht besucht, aber gesehen – wir meinen das ist ja so gut wie! Wir haben nicht viel von dem gesehen, was man in Spanien gesehen haben muss, dafür aber viel vom Land erlebt. Mit unserem kleinen Online-Reisetagebuch haben wir schon für uns selbst die Möglichkeit geschaffen, uns an die vielen Stationen zu erinnern – wenn es unseren aktiven und passiven Lesern Spaß gemacht hat, freut uns das besonders.
Spanien ist ein großartiges und abwechslungsreiches Land, das sich durch gute Vorbereitung am besten erschließen läßt. Das haben wir allerdings nicht getan, teils aus Zeitgründen, teils aus dem Wunsch heraus, uns einfach treiben zu lassen – irgendwie wird’s schon klappen! Wer so reist, kann abenteuerliches erleben und muss eben auch manchmal Lehrgeld bezahlen. Zum Schluss unserer Motorradreise unsere gesammelten paar Eindrücke:
Befahrene Regionen:
Spanien ist neben der Schweiz das gebirgsreichste Land Europas und bietet mit seinen abwechslungsreichen Landschaften höchsten Fahrspaß für Motorradfahrer. Wir haben gebührenpflichtige Autobahnen fast immer vermieden und sind stattdessen auf Land- und Schnellstraßen unterwegs gewesen. Wo wir auch langfuhren, wir waren immer beeindruckt. Das Straßennetz ist gut ausgebaut und bis auf die Tourismusregionen fährt man meistens allein darauf.
Spanien und Motorrad:
Das Land ist ein El Dorado für Motorradfahrer. Die Überland- und Bergstrecken sind ein Traum. Zum Anhalten, um z. B. ein Foto zu machen, gibt es aufgrund der fehlenden Seitenstreifen allerdings nur wenig Möglichkeiten. In den Städten bietet das Motorrad den großen Vorteil der Parkmöglichkeit. Die Verkehr gleicht einer Stierkampfarena: Geschwindigkeitsvorhaben werden wegen der ständigen Polizeipräsenz zwar eingehalten, ansonsten gilt das Gesetz des Stärkeren!
Klima zur Reisezeit:
Im Juli ist es heiß in Spanien! Nicht selten klettern die Temperaturen auf über 40 Grad und die Luft ist so heiß, dass man sogar das Helmvisier schließt, um sich vor dem Fahrtwind zu schützen. Der Wasserverlust ist enorm und Dehydrierung wird schnell mit Kopfschmerzen belohnt. Wir haben auf den Überlandtouren häufig zwei bis drei Liter Wasser pro Person getrunken. Nachschub gibt es zwar immer an den Tankstellen, eine Anderthalbliter-Flasche hat jeder von uns aber grundsätzlich als Reserve dabei gehabt.
Menschen:
Die Spanier sind ein stolzes Volk! Wir sind in der Regel ohne jedes Interesse bedient, behandelt und abgefertigt worden. Abgesehen von ein paar Kurzgesprächen zu den Motorrädern haben wir kaum Kontakt mit Einheimischen gehabt. Ein ideales Land also, wenn man in Ruhe gelassen werden möchte.
Sprachbarriere:
Jedem, der Spanien auf eigene Faust bereist, kann ich nur raten die Sprache gut zu erlernen! Selbst rudimentäres Englisch ist hier Mangelware und ohne Franks Spanischkenntnisse wären wir oft aufgeschmissen gewesen. Erschwerend kommen die vielen Dialekte, die Zweisprachigkeit in Katalonien und das schnelle Sprechen hinzu.
Essen:
Spanien hat eine großartige Küche, in den Küstenregionen gibt es ein reichhaltiges Angebot von Fischgerichten. Fast jede Bar bietet die kleinen Tellergerichte – Tapas – an. Das Preisniveau ist allerdings hoch, eine günstige Alternative sind die Tagesmenüs, die fast überall angeboten werden. Durch die Sprachbarriere fällt die Auswahl jedoch schwer und wer das Angebot nicht versteht, lebt eben mit Überraschungen.
Unterkünfte:
In Spanien gibt es auch in der Hauptsaison immer Übernachtungsmöglichkeiten. Unsere Unterkünfte waren stets sauber und gepflegt. Je nach geplanter Verweildauer und spontaner Suche hab es allerdings Einschränkungen. Hotels sind in den größeren Städten durch Vorreservierungen häufig ausgebucht und auch sehr teuer, in den Touristenzentren geradezu unverschämt bepreist. Appartements bieten den großen Vorteil der Selbstverköstigung, sind aber nur schwer zu bekommen und in den Feriengebieten ebenfalls sehr teuer (bis zu 140 EUR pro Nacht). Wir haben auf unserer Tour mit zwei Übernachtungsangeboten gute Erfahrungen gemacht:
- Campingplatz: Davon gibt es reichlich, auch in den abgelegenen Regionen. Drei-Sterne-Plätze sind mit einem Swimming-Pool ausgestattet und bieten viel Komfort. Die praktischen Bungalows werden jedoch kaum unter einer Woche vermietet.
- Hostal: Übernachtungsbetriebe, die auf Kurzzeitgäste eingerichtet sind. Hostals gibt es in jedem Ort und insbesondere an den Schnellstraßen. Es gibt fast immer die Option eines kleinen Frühstücks, häufig ist ein Restaurantbetrieb angeschlossen. Je nach Ausstattung und Lage haben wir für das Zimmer zwischen 40,- und 50,- EUR bezahlt.

























































