Archiv für die Kategorie „Touren 2009“

Das Reisetagetagebuch ist fast fertig

Mittwoch, 29. Juli 2009

Hallo zusammen,

nach vielen Tagen und Nächten des Sortierens und Bastelns ist das Reisetagebuch fast fertig. Nun fehlt noch eine letzte Korrekturschleife, zu der wir Euch ganz herzlich einladen:

(1) Fotobuch —> downloaden

(2) Lesen und Tippfehler finden

(3) mit Seitenangabe an johannes@kollenda.info senden.

Schon bald wird dann die finale Version zum Download zur Verfügung stehen. Wer ein gedrucktes Exemplar haben möchte, teile das ebenfalls per Mail mit.

Bis bald

Johannes & Frank

Epilog

Montag, 20. Juli 2009

1986, gegen 19:00 Uhr – Die Ankunft in Santorini bei Abendsonne ist atemberaubend. Die Fähre zwängt sich durch das Loch in der Kraterwand, hinein in die vom Meer geflutete Kaldera des größten und gefährlichsten Vulkans Europas. Vom kleinen Hafen, der die Fähre wie ein Magnet anzieht, führt eine weiße Zickzacklinie zum mehreren hundert Meter hohen Kraterrand: die Straße in den den Hauptort Thira, der strahlend weiß den Abschluss bildet.

Viel Zeit zum Staunen bleibt uns nicht. Einer Sturmtruppe gleich sammelt sich die große Schar der ‘Ruckis’, so die damalige Bezeichnung für Rucksack-Touristen, im stickigen Bauch der Fähre zur Inseleroberung. Das alte Schiff schüttelt sich und ächzt beim Anlegen. Die heruntergelassene Heckklappe gibt den Blick frei auf einen noch älteren Bus mit Dachgepäckträger: Erfahrene Santorinireisende informieren die Neulinge, dass dieser die einzige Möglichkeit sein wird, heute noch vom Hafen wegzukommen.

Unruhe macht sich breit, der Bus ist für die Masse der ‘Ruckis’ viel zu klein! Gänzlich unberührt davon sind zwei Reisende aus München: Während die ‘Sturmtruppe’ den Bus stürmt, rollen sie auf zwei satt blubbernden Boxer-Enduros aus dem Bauch der Fähre.

Eingequetscht im abfahrenden Bus sehe ich die beiden im Hafencafenion sitzen, wo sie in aller Ruhe die Inselkarte studieren. Mit jeder Kehre, die sich der Bus mühsam nach oben quält, wird dieses Bild kleiner. Mit jeder Kehre wächst in mir der Traum, irgendwann einmal mit genau so einem Motorrad selber über die Inseln zu fahren.

Es sollten 23 Jahre vergehen…

19.07.09 Mit Ach und viel Krach – wir sind zurück!

Sonntag, 19. Juli 2009

20:30 Uhr – Schon der Start in Göttingen verspricht nicht viel Gutes. Miss Marple sträubt sich wehement gegen die Heimkehr – sie ahnt, was ihr blüht. Alle 500 m geht sie aus und startet erneut feuerspuckend mit einem lauten Knall.

Das ist für die Autobahn zu riskant. Wir fahren daher über die B3 weiter Richtung Hannover. Die Dauerknallerei verschafft uns zumindest Aufmerksamkeit. 2 x 500 ccm können wirklich verdammt laut fehlzünden – da ich hinter Frank fahre (anders macht es keinen Sinn mehr), komme ich mir vor wie ein Polizeipferd, dass mit Pistollenschüssen abgerichtet wird, damit es auf der nächsten Demo nicht in Panik gerät.

Aber es sieht schon lustig aus: Die Fehlzündungen kündigen sich optisch an, indem das Motorrad langsamer wird und sich leicht schüttelt, dann Mündungsfeuer, lauter Knall, es geht wieder weiter. In 500 m das gleiche Spiel…

Was in keinem der von uns bereisten Ländern vorkommt, ist der Motorradfahrergruß, wir müssen uns hier erst wieder an dieses Handicap gewöhnen. In einer Ortschafft kommt uns ein ‘Kollege’ entgegen und hebt freundlich seine ‘Hand zum Gruß’, was von Miss Marple mit einer besonders lauten Fehlzündung erwiedert wird – der Arme erschreckt sich dabei so sehr, dass er fast den Lenker verreist. Und ich verreiße fast den Lenker, weil mir die Lachtrännen in die Augen schießen :-)

Ähnliches wiederholt sich in all den kleinen Örtchen, die wir durchfahren: die Knallerei läßt alle, die gerade in der Nähe sind zusammenzucken!

Wenn Miss Marple geneigt ist zu fahren, gibt Frank auch ordentlich Gas, jeder Meter zählt! Da können ihn auch diese komischen neuen Blitzkastensäulen nicht aufhalten, die in den meisten Orten an der B3 jetzt stehen. Und eine davon macht auch glatt ein Foto von der Szenerie. Uns ist aber noch nicht klar, ob es wegen der Geschwindigkeit oder der Lärmbelästigung ist!

Gegen 19:45 Uhr machen wir eine letzte Pause in Arnum und beenden mit einem feierlichen Händedruck unser ‘Long Way Hellas’-Abenteuer! Ab Hemmingen fährt/knallt jeder für sich nach Hause…

Was bleibt, sind die Erinnerungen an wunderschöne und unglaublich erlebnisreiche Tage, an viele kleine und große Abenteuer. Und was bleibt, ist dieses Webtagebuch, in dem die vielen kleinen und großen Abenteuer festgehalten sind.

Wir bedanken uns hiermit ganz herzlich bei unseren vielen aktiven und passiven Lesern: Wir haben uns auf Eure Kommentare wie die kleinen Kinder gefreut und nicht selten Tränen gelacht. Ohne Euch wäre das Experiment ‘Webtagebuch’ wahrscheinlich nach ein paar Tagen eingeschlafen!

Wie angekündigt, werden wir daraus ein Fotobuch machen (dann hoffentlich ohne die vielen Tippfehler) und als PDF-Version hier zur Verfügung stellen. Wer mag, kann es auch hochglanzgedruckt bekommen.

Aber erst einmal müssen jetzt auch unsere Köpfe langsam ankommen, die verweilen nämlich gerade noch an der einen oder anderen Stelle in Griechenland ;-)

Ganz liebe Grüße

Frank & Johannes

Unser letztes Tourenfoto:
- Kurz hinter Göttingen

19.07.09 Mündungsfeuer

Sonntag, 19. Juli 2009

17:40 Uhr – Bei Regen sind wir gekommen, bei Regen fahren wir wieder! Fast ausgeschlafen verabschieden wir gegen 11:00 Uhr von den Fleischmännern und -frauen in Nürnberg.

Lächerliche 470 km liegen noch vor uns, bei Sonne und Regen quälen wir uns mit 80 kmh über die Autobahn. Ich gewöhne mich mittlerweilie an die Mündungsfeuer von Miss Marple, deren Druckwellen sogar auf der Brust des Hinterherfahrenden zu spüren sind.

Unterwegs erhalten wir eine Einladung von Karin & Claus, Claudias Eltern, zum Zwischenstop in Göttingen: Sie versprechen uns eine warme ‘Du weißt schon was’. Bis dahin wird die Fahrt zum Eiertanz. Die Herz-Rythmus-Störungen von Miss Marple sind jetzt so regelmäßig, das wir wirklich nicht wissen, ob wir es bis nach Hause schaffen.

Nach unserem Göttinger ‘Du weißt schon was’ sind wir wieder fit, auch Miss Marple sollte die letzten 120 km einfach noch schaffen. Es bleibt spannend …

Fotos:
- In Göttingen bei Claudias Eltern

18.07.09 Kalte/heiße Dusche

Sonntag, 19. Juli 2009

22:00 Uhr – der Regen hört nicht auf, er wird stärker. Schlimmer kann’s nicht kommen, haben wir bis kurz vor München noch gedacht und dann gab es tatsächlich noch eine Steigerung: es regnet so intensiv, dass das auf der Autobahn stehende Wasser durch den prasselnden Regen wieder hochspritzt (ich glaube, für die Autofahrer war das Aquaplaning).

Zu diesem Zeitpunkt gibt der Regenschutz unsere Kleidung auf. Egal ob ‘Atlantis’ oder ‘Stadler’, das Wasser läuft jetzt frei nach innen und in die Schuhe. Der kalte Fahrwind gibt uns jetzt den Rest.

An einer Raststädte treffen wir auf zwei Regensburger Motorradfahrer, die vom Gardasee kommen und unser Schicksal teilen: auch sie sind nass bis auf die Knochen!

Eigentlich hätte ich gerne ein paar Fotos von dieser skurilen Atmosphäre geschossen, aber die Hände sind ebenfalls nass, ich hätte das iPhone ertränkt ;-)

Die letzten 150 km werden zur Qual. Wir haben in den Pausen zwar unseren Spaß, wenn wir zähneklapernd und bibbernd vor uns hinzapeln, wirklich lustig ist das aber nicht mehr.

Rund 60 km vor Nürnberg wird es auch noch stockdunkel, durch die verregneten Visiere haben wir nur noch sehr eingeschränkte Sicht auf die im Regen stehnde Fahrban. Wir heften uns mit 80 kmh an einen vorausfahrenden LKW, um wenigstens einen Fixpunkt zu haben. Am Schluss sind wir so kältesteif, dass wir die Kehre in der Ausfahrt nur mit Mühe schaffen, ganz ganz langsam.

Erst um 22:00 Uhr stehen wir zähneklappernd vor der Tür unserer Gastgeber. Wir müssen einen jämmerlichen Eindruck machen, denn wir werden sofort mit lebenserhaltenden Maßnahmen versorgt: Tee, ‘Du weißt schon was’ und vor allem, mit einer HEISSEN DUSCHE!

Foto:
- Lebenserhaltende Maßnahmen

18.07.09 Alpenhölle

Samstag, 18. Juli 2009

17:48 Uhr – Es bagann alles noch ganz erträglich, als wir gegen 09:00 Uhr die Fähre verlassen haben. Klar, hier weht ein anderer Wind, nämlich ein kalter.

Noch trocken geht es bis Bozen, danach bricht der Winter samt allen Motorradunwettern über uns herein: es regnet nicht, es schüttet! Es wird nicht kalt, es wird eiskalt: 6 Grad! Hallo, es ist Hochsommer, oder? Einige bibbernde Motorradfahrer erzählen uns, dass sie bereits durch Schnee gefahren sind!!!

Wir ziehen alles an, was unsere Sommergarderobe hergibt, doch es reicht nicht. Die Anzüge sind klatschnass. Dank Goretex geht zwar nichts durch, der eiskalte Fahrtwind kühlt uns aber trotzdem extrem. Bei den Handschuhen ist allerdings jede Hilfe zu spät, die sind durch. Oh Gandalf, führe uns durch Moria…

Zitternd vor Kälte machen wir bei McDonalds in Garmisch halt und versuchen uns irgenwie aufzuwärmen. Wir sind kurz davor zu fragen, ob wir uns ein bisschen über die Friteuse hängen können.

Es sind noch 280 Km bis Nürnberg…

Fotos:
- Ankunft in Venedig / die verzurrten Motorräder
- in Bozen: die ersten Tropfen fallen
- bei McD in Garmisch

18.07.09 Kurz vor Venedig

Samstag, 18. Juli 2009

07:06 Uhr – Wir sind kurz vor Venedig und blicken in den düsteren ‘Herzlich-Willkommen-daheim-Himmel’. Wenn es ums schlechte Wetter geht irrt sich die Vorhersage wohl nie :-(

Unsere Nacht jedoch war ruhig, die feiernden Slovenen waren nach kurzer Zeit hackeblau und haben den Abschluss ihr Abi-Fahrt (doch keine Sportgruppen) noch gebührend gefeiert. Jetzt sehen sie allerdings ziemlich mitgenommen aus :-)

So, die Lagunenstadt ist in Sicht und wir machen uns fertig…

17.07.09 Flipper & Friends

Freitag, 17. Juli 2009

20:45 Uhr (jetzt wieder deutsche Zeit) – Ja, wir haben die Uhren umgestellt! An der kroatischen Küste vorbeifahrend, entfernen wir uns Welle um Welle von Griechenland, der Urlaub schwindet im weißen Dunstschleier des Meeres.

Zum Abschied gesellen sich Flipper & Friends zu uns und winken mit ihren Rückenflossen. Unglaublich – zum ersten Mal sehe ich Delphine im Mittelmeer!

Nach einer Tiefschlafnacht in unserer Luxuskabine ist der Tag einfach so verstrichen und schon morgen warten die nächsten Abenteuer auf uns: die Drei-Länder-Querung bei Dauerregen (wenn die Wettervorhersage stimmt)!

Ach ja, das dürfte Euch interessieren: wir haben auf der Fähre Barbie & Ken wiedergetroffen und gleich mal ein Gruppenbild mit Frank für Euch gemacht :-)

PS: Die nordeuropäischen Jugendgruppen haben in der Nacht die Fähre verlassen und den Platz mit sämtlichen Jugendsportvereinen Sloveniens getauscht. Und sind gerade dabei irgendwelche Erfolge zu feiern: mit gruppendynamischen Sprechgesängen und enthemmungsdynamischen Schnäpsen. Eine Atmosphäre wie im Fußballstadion! Jetzt verstehe ich den Rat meiner lieben Nachbarin Metka, die schon vor unserer Abreise in der Zeitung gelesen hatte, dass auf dieser Route ab und zu Passagiere von volltrunkenen Jugendlichen aus Spaß über Bord geworfen werden.

PPS: Liebe Metka, wir sind auf der Hut und haben bereits verschiedene Fluchtpläne ausgearbeitet!

PPPS: Soeben beginnt auf Deck No. 2 ein Sängerwettstreit. Hochprofessionelle Chöre zeigen was sie können! Mensch, hier ist was los, die Nacht scheint spannend zu werden …

Fotos:
- Der wehmütige Abschiedsblick aufs Meer
- Toller Schornstein, oder?
- Ken, Barbie und Frank
- Die slovenische Sportjugend feiert

16.07.09 Deja Vue

Donnerstag, 16. Juli 2009

23:30 Uhr – Leute, Ihr werdet’s nicht glauben, wenn ich Euch erzähl die G’schicht! Aber ganz langsam, cigar, cigar, griechisch denken, griechisch handeln! Das Letzte, wovon wir berichtet habe, war der funktionierende Hotspot im popup-Cafe.

Nach einigen runden Internet (ich muss Frank mein iPhone auch immer mal für ein Stündchen leihen), begeben wir uns noch einmal auf unser Zimmer, das wir bis 18:00 Uhr verlängert haben, um uns ein wenig frisch zu machen (ah, was für ein herrlicher Ausdruck aus der Erwachsenenwelt).

Das Telefon klingelt – Holger ruft an, um uns für die gute Unterhaltung mit dem Webtagebuch zu danken und sich in den eigenen Urlaub zu verbschieden. Deshalb an dieser Stelle: Liebe Tanja, lieber Holger, liebe Jana, ganz viel Spaß und tolle Erlebnisse auf Eurer Motorradtour durch Spanien!!! Wir sind gespannt auf Eure Berichte und Fotos! Habt Ihr eventuell ein Webtagebuch? Ich glaube, da gäbe es eine ganze Reihe Fans, die bei Euch gerne weiter lesen würden…

18:00 Uhr, mit den Tickets in der Tasche fahren wir zum Hafen, wo schon ein paar Jugendgruppen aus unseren nordischen Nachbarländern auf Einlass warten (die haben wahrscheinlich alle das Musical Mama Mia gesehen und verzweifelt die Filminsel gesucht). Da wir noch vier Stunden bis zum Boarding haben, setzen wir uns in das gehenüberliegende Cafenion und lassen die Zeit mit etwas ‘Du weißt schon was’ verstreichen, cigar, cigar, griechisch denken, …

Langsam wird es dunkel und die Anzeichen verdichten sich, dass wir hereingelassen werden. Und tatsächlich winkt man uns freundlich zur Ladeluke, damit wir noch vor allen PKW und LKW hereinkommen können.

Und jetzt kommt’s: Ein freundlicher Unifomierter informiert uns bei der Ticket-Kontrolle: ‘Sorry, first checkin!’.

Peng, Deja Vue – hä? Checkin? Aber das haben wir doch vorhin schon alles im Main Office von Anek Lines bei der dussel…, sorry, arbeitsunlustigen Dame erledigt!!! – ‘Sorry, no checkin, no come in’!

Cigar, cigar, nur noch einmal griechisch denken und handeln – wir starten durch zum Checkin-Schalter, der zu unserer großen Freude geschlossen hat. ‘Open from 22:00 to 23:00′ – eine gewagte Öffnungszeit, wenn man bedenkt, dass laut unserer Reiseunterlagen bis spätestesten 22:00 Uhr eingecheckt sein muss. Aber, wir sind in Griechenland und da ist alles etwas chaotisch und am Ende wird alles gut! Der Schalter öffnet um 21:30 Uhr und ich reiche der jungen Dame, die gut gelaunt ist und heute wohl schon genügend Zeit hatte, alle Neuigkeiten mit ihren Freundinnen auszutauschen, die Tickets zum Checkin. Sie tippt fleißig etwas in den Computer und runzelt die Stirn – die Spannung steigt, bitte jetzt keine ‘Problema’ mehr! Ist doch egal, dass auf allen Tickets der Name ‘Kollende, Johanne’ steht, oder? Bin ich eben zweimal ertrunken, wenn der Kahn untergeht. Sie schüttelt den Kopf ohne auch nur einmal aufzuschauen und tippt weiter auf der Tastatur herum. Das ist mindestens so schlimm wie beim Zahnarzt, wenn der in deinen Mund schaut und ‘Oh, oh!’ sagt und Du nicht weißt warum. Jetzt schaut sie mich an, das Gesicht entspannt sich, mit einem strahlenden Lächeln überreicht sie mir die Tickets: ‘Now, you can boarding’!

Jetzt schnell zur Fähre zurück, wo wir freundlich eingelassen werden, Mopeds sturmfest verzurrt (dieses Mal macht die Crew das hochprofessionell) und ab zur Rezeption – wir haben für die zwei Nächte eine Kabine gebucht! Wie im gehobenen Hotel werden wir von einem Stewart, der sich auch gleich unser Gepäck schnappt, zu unserer Kabine geführt.

Was soll ich sagen: Gerechnet haben wir mit einem Loch – bekommen haben wir eine Außenkabine mit allem Luxus. Es ist geräumig, klimatisiert, tolle Betten, gepflegte Einrichtung, Kühlschrank und – das Beste – ein Badezimmer mit Waschbecken, Dusche und Klo (wir wollten schon das Essen einstellen um nicht die Öffentlichen benutzen zu müssen)!

Wir werden die nächsten zwei Tage auf See also richtig genießen können…

Fotos:
- Vor der Fähre
- Cafenion gegenüber
- Unere Luxuskabine
- Abfahrt

16.07.09 Im popup-Cafe mit Hotspot

Donnerstag, 16. Juli 2009

13:20 Uhr – Wir hängen ab, wir haben bis 22:00 Uhr noch so viel Zeit zum abhängen, zum Glück gibt es direkt am Hafen das popup-Cafe mit freiem Hotspot (natürlich gibt es das Kennwort nur gegen Verköstigung, aber verköstigen müssen wir uns ohnehin).

Da bietet sich auch ein unbeschwerter Stadtbummel an, vorbei an erlebnisreichen Einkaufsläden: wir fühlen uns magisch angezogen von einer Ouzo-Destillerie, wo wir den frisch gezapften Ouzo probieren können. Alles riecht hier nach Anis, der Kopf wird ganz frei und wir wissen jetzt, was den Liebsten daheim Freude bereiten wird.

Ein weiteres Highlight ist die stylischste Bäckerei, die wir jemals gesehen haben (Bazdaras aufgepaßt: so kann ein Laden auch aussehen ;-) ).

Im Hafen liegt bereits unser Schiff, die ‘Lefka Ori’ und wir beschließen schon mal den Checkin zu versuchen. Im Hauptbüro der Anek Lines steuern wir auf die einzige Dame zu, die gerade nichts zu tun hat (nicht ohne Grund, wie sich herausstellt). Frank reicht ihr die Unterlagen des Reisebüros, wir nehmen eine entspannte und freundliche Haltung ein – aber die Dame schüttelt den Kopf: ‘Sorry, this are no Tickets! You Need Tickets’!

Cigar, cigar, jetzt bloß ganz griechisch bleiben – ‘Yes, we need tickets – from YOU!’ (Das war doch ganz höflich, oder?). Es ist der Dame wirklich anzumerken, dass sie das echt sch… findet, ausgerechnet jetzt arbeiten zu müssen, während ihre Freundinnen gerade im Cafenion den neusten Klatsch austauschen. Fragend zeigt sie die Reiseunterlagen einem Kollegen, der heute anscheinend einen problemfreien Tag hat. Da wir des Griechischen nicht mächtig sind, können wir seine Antwort, die wie ein Stakato kommt, nur als Machtwort interpretieren. Ab, da läuft’s rund, der Drucker druckt unsere Tickets aus und auf die Reiseunterlagen bekommen noch einen Stempel, der übersetzt wahrscheinlich ‘Unerwünscht’ heißt.

Zurück zum popup-Cafe, wo Franks Windows-Mobile PDA mal wieder keinen Anschluss findet (eine gefährliche Situation, da er dann ganz schnell austrinkt und die Frage nach der Rechnung stellt). Entnervt besorgt er sich eine griechische Motorradzeitschrift…

Fotos:
- Straßenzug in Patras
- In der Destillerie
- Bäckerei
- Die Legka Ori
- Öffentlicher Nahverkehr
- Frank mit Motorradzeitschrift

15/16.07.09 Night at the port

Donnerstag, 16. Juli 2009

01:04 Uhr – Eine Nacht in Patras – klingt ja romantisch, ist aber nicht wie in Katapola oder Naxos. Dennoch schlendern wir nach einem ‘Du weißt schon was’ durch den Hafen, setzen uns gemütlich an die Mole und brechen schnell wieder auf, als wir bemerken, dass wir nicht alleine sind: mit daumengroßen Kakerlaken, die uns neugierig begrüßen, hat das Nachtleben mehr zu bieten als uns lieb ist…

Ein paar Hafenimpressionen:

15.07.09 Guten Abend Patras, auch Du kannst häßlich sein

Mittwoch, 15. Juli 2009

21:10 Uhr – mal wieder pünktlich um 15:00 Uhr läuft die Fähre in Piraeus ein. Professionell fädeln wir uns in den Verkehr ein und finden langsam Spaß daran, einach mal so zu fahren, wie es das Motorrad bauartbedingt auch fordert: zwischen den Autos hindurchschlängeln und Lücken nutzen. Typisch für südliche Länder, nimmt daran niemand Anstoss, im Gegenteil, man erntet Unverständnis, wenn man es nicht tut. Auf jeden Fall müssen wir uns diesen Stil bis Deutschland wieder abgewöhnen, sonst hagelt es Punkte.

Zum Glück sind es nur 37 Grad im Schatten, bestes Atlantis-Wetter! Mit Fahrtwind ist das ganz angenehm, bei Sperrung der Autobahn, eingekeilt zwischen Lkws, eher nicht. Wegen eines Waldbrandes (Lkw-Diesel und Rauchschwaden: ein wirklich interessantes Odeur) hält die Polizei den Verkehr an, damit eine Einheit Feuerwehrleute samt Brandbekämpfungsausrüstung die Fahrbahnen queren können. Lange gedauerts einfach deswegen, weil die Jungs einfach nicht gewohnt sind, mit ihren Asbestanzügen über die Leitplanken des Mittelstreifen zu klettern. Da kann der Einsatzleiter noch so viel ‘Ella, ella, ella’ rufen ;-)

Nach der geglückten Autobahnüberquerung aller Einsatzkräfte steuern wir einem echten kulturellen Höhepunkt zu: der Überquerung des Isthmus von Korinth! Ja, wir stehen tatsächlich über ihm! Wenn das meine alte Geschichtslehrerin erleben könnte – der Geschichtsmuffel J. K. Am Isthmus von Korinth – sie würde vor Freude dreimal mit dem Kopf gegen die Wand schlagen und in Gedenken an Julius Caesar ‘Varus, Varus, gib mir meine drei Legionen zurück’ rufen und anschließend ein ’333 bei Issos Keilerei’ seufzen (Schüler der St. Ursula Schule diverser Jahrgänge wissen, wen ich meine).

Auch Miss Marple ist ganz aufgeregt und produziert nach Zündaussetzer einen Fehlzündungsknall, dass ich zuerst denke, der Hinterreifen sei explodiert!

Aber, Frank hat sie im Griff, gibt ihr Saures und wir fahren auf der Küstenstraße des nördlichen Pelepones Richtung Patras. Dieser Teil der Fahrt ist fantastisch: rechts das Meer, Links ein einzigartiges Gebirge. Und immer voll aufs Visier: die Abendsonne, die alles, was man vor sich sieht, zur Laterna Magica werden läßt.

Und jetzt sind wir in Patras, einer typischen Hafenstadt, laut, schmuddelig und einen chaotischen Verkehr mit Massen von Einbahnstraßen. Wo jetzt noch eine bezahlbare Unterkunft finden? In der Tourist-Info empfiehlt man Frank das ‘Youth-Hostel’. Da wir aber echt nicht mehr so ‘Youth’ sind und außerdem vom Tag auch ziemlich geschafft, empfehlen sie ihm ‘Pension Nikos’, direkt am Hafen und ‘very cheap’.

Da sind wir also, in der Pension Nikos. Frank erkundigt sich, ob noch was frei ist und managed die Buchung. Ich muss ihn aber noch einmal fragen, ob der Preis pro Stunde gilt, denn irgendwie sind wir in einem echten Loch gelandet, aus dem eine aufmunternd lächelnde Dame im Tigerkleid herauskommt, die während unseres Abladens auffällig lange in unserer Nähe verweilt…

Fotos:
- Ankunft in Piraeus
- Der Isthmus von Korinth
- Pause an einem kleinen Bahnhof
- Pension Nicos
- Die Hochzeitz-Suite

15.07.09 Yasou Naxos, yasou Cyclades

Mittwoch, 15. Juli 2009

09:30 Uhr – Wir verlassen Naxos. Pünktlich um halb Zehn (früher hat man am Hafen stundenlang auf die Fähren gewartet) legt die Blue Star Naxos ab (kaum zu glauben: wir haben alle Fahrten mit ein und demselben Kahn gemacht, das ist mir noch nie passiert), wir erreichen sie ‘Just In Time’. Zum Glück haben wir rechtzeitig unsere Tickets besorgt, der Laderaum ist so eng gefüllt, dass wir nur mit Mühe an den Autos vorbei gehen können.

Nun haben wir das Recht schwermütig zu werden. Kaum zu glauben, aber unsere Zeit ist um. Auf der einen Seite sind die letzen Wochen wie im Flug vergangen, auf der anderen Seite haben wir so viel erlebt, dass der Anfang unserer Tour ewig lang her erscheint. Eigentlich ein gutes Zeichen…

Aber es gilt ja noch ein paar Abenteuer zu bestehen:
- erst einmal 5 Stunden Fährfahrt nach Piraeus
- von dort in der Mittagsglut nach Patras.
- dort einen Tag abhängen (das verdanken wir Miss Marple)
- Donnerstag Nacht in die Fähre nach Venedig
- am Samstag Morgen 700 Km durch Italien und Österreich nach Nürnberg zum Übernachtungsstop bei den Fleischmännern und -frauen
- letzte Etappe nach Hannover

Anbei ein paar Fotos von der Einschiffung in Naxos, kurz vor halb zehn, ella, ella, ella…

- Anlegen der Fähre
- Im Laderaum
- Abfahrt von Naxos Port in der Morgensonne

14.07.09 Plaka Camping II

Dienstag, 14. Juli 2009

20:30 Uhr – Ups, jetzt hätten wir fast vergessen, Euch noch ein paar Bilder von unserer hübschen Unterkunft auf dem Campinglatz zu zeigen!

Neben dem staubigen Zeltbereich werden hier auch ganze neue Studios zur Miete angeboten – da konnten wir bei der Hitze einfach nicht wiederstehen ;-)

Anbei ein paar Impressionen:

14.07.09 Minitour

Dienstag, 14. Juli 2009

19:50 Uhr – Nun machen wir doch noch eine kleine Tour ins Inselinnere. Nachdem Frank eine Weile an den Kontakten von Miss Marple rumgekratzt hat, fahren wir zum Tempel der Dimitra.

Anschließend besorgt sich Frank noch Kontaktspray (Will er damit die Beziehung zu seinem Moped verbessern?) und in Naxos Stadt werden noch ein paar Kleinigkeiten organisiert: Ouzo für die Dame und Gewürze für den Kochbegeisterten.

Jetzt wird’s nämlich hektisch: unser letzter Tag auf Naxos geht zu Ende und da müssen wir ja noch an sooo vieles denken :-)

13.07.09 Ach, Miss Marple…

Montag, 13. Juli 2009

20:00 Uhr – Es ist schon ein Kreuz mit den alten Damen. Statt der ganzen Anziehsachen, die sauber wieder heim kommen, hätte Frank für sein Moped lieber ‘Doppelherz’ und ‘Rheumapillen’ mitnehmen sollen.

Neben vermehrten Zündaussetzern hat sich Miss Marple nun auch noch entschlossen, auf unserer heutigen Tour einfach nicht anspringen zu wollen. Jetzt ist Frank ganz zerknirscht und möchte das alte Eisen lieber heute als morgen gegen was ‘Junges’ eintauschen (Zitat: ‘Die braucht gar nicht erst fragen was die Neue hat was sie nicht hat!’). Die Neue kriegt dann such einen anständigen Namen, so was wie ‘Lara Croft’, oder ‘Batwoman’ :-)

Aber nun zu unser heutigen Inselroute: wir starten gegen Mittag bei bestem windigen Kykladenwetter, ‘Atlantis’ ist jetzt angesagt, denn im hohen Gebirge ist es frisch geworden, wir staunen nicht schlecht, wenn uns ab und zu Rollerfahrer mit Badehose und Bikini entgegen kommen.

Unser Ziel ist Moutsuna, der alte Verladehafen für Schmirgel, im Osten von Naxos. Natürlich verfahren wir uns mal wieder ein bisschen und landen in dem auch ganz netten Küstenörtchen Lionas. Auf dem Weg dorthin finden wir noch ein paar alte Stollen der Schmirgelbergwerke.

Auf dem Rückweg entdecken wir im Gebirge die Kreuzung unserer geographischen Verwirrung und fahren trotz fortgeschrittener Zeit doch noch nach Moutsuna. Bei genialem Panorama windet sich die Straße Kurve um Kurve zur Küste herab – groß genießen ist allerdings nicht drin, die Straße ist eng, typisch griechisch und fällt an der Hangseite sehr steil ab. Ein zerschelltes Autowrack mahnt zur Vorsicht.

Wir Ihr Euch denken könnt, ist aber alles gut gegangen und wir können Euch jetzt ein paar Tourenbilder zeigen:

- In den Bergen, mit Blick auf den ZAS
- Stolleneingänge des Schmirgelbergwerkes
- Der Küstenort ‘Lionas’
- Windkraft ist in Griechenland ein alter Hut
- Verladehafen Moutsuna

12.07.09 Sonntagsausflug

Sonntag, 12. Juli 2009

21:56 Uhr – ‘Am Sonntag sollst Du ruhn’ und genau das haben wir heute getan -einfach abgehangen! Das heißt, nicht ganz: in den späten Nachmittagsstunden sind wir auf sandigen Wegen den Südwesten der Insel abgefahren.

Und wenn ich sandig sage, meine auch sandig, so wie in einem tiefen Sandkasten. Erstaunlicherweise hat’s uns nicht einmal geschmissen.

Als Belohnung haben wir wunderbare kleine Badebuchten gefunden. Die beigefügten Fotos als Eindruck…

PS: Frank hat seinen Kulturschock langsam verdaut (ein ‘Ach, wenn ich jetzt an Amorgos denke’ kommt nur noch drei bis fünf mal am Tag) und ist von der naxotischen Landschaft ebenfalls angetan.

PPS: Miss Marple hat heute ohne Mucken durchgehalten – trotz der sandigen Extreme!

11.07.09 Kalinichta

Samstag, 11. Juli 2009

23:46 Uhr – Kurz vor zwölf (natürlich griechischer Zeit) senden wir Euch noch einen kleinen Gutenachtgruß! Wir haben den Abend bei Backgammon ausklingen lassen (Frank hat mit 9 zu 11 verloren :-) )

11.07.09 Naxos on tour (1)

Samstag, 11. Juli 2009

19:15 Uhr – Endlich mal wieder richtig Motorrad fahren, dafür ist die Insel groß und hoch genug! Einen Plan haben wir nicht, es geht einfach mal los.

Trotz 37 Grad und ohne Wind zwängt sich Frank in seinen Atlantis: ‘Sind halt unbekannte Straßen…’

Wir entscheiden uns für den ersten ausgeschilderten Ort, ‘Apollonas’, dem nordöstlichen Zipfel von Naxos. Damit es etwas spannender wird, verfahren wir uns ein bisschen und legen eine ‘Über-Stock-und-Stein-Etappe’ mit beträchtlichen Steigungen und Gefällen ein.

Ja, das ist GS-Land, wie gut, dass ich das Enduro-Training absolviert habe: also auf die Fußrasten gestellt, Sattel fest zwischen die Knie, Null-Punkt finden und los geht’s! Aber was soll ich sagen: Frank (nie ein Enduro-Training besucht) sitzt locker auf der alten Rentnerin mit den hauchdünnen Straßenreifen und – man Stelle sich das vor – fährt auch noch vorweg! Wenn ich dass im Club erzähle…

Aber dafür wird Atlantis zur Hölle, zumindest wärmetechnisch. Bei jeder kleinen Pause sieht er sehr verwässert aus und auch die 10 Grad Abkühlung im Gebirge hat er nicht bemerkt ;-)

Naxos hat ein gewaltiges Gebirge und die Straßen sind kurvig wie in den Alpen. Man muss halt nur ein bisschen mehr aufpassen, da in den Kurven der Gegenverkehr vornehmlich beide Spuren in Anspruch nimmt, Rollsplitt, Sand und Schlaglöcher zur Serienausstattung gehören! Aber ohne das wäre es ja auch kein Abenteuer, oder?

Nun, sind wir wieder zurück und – ein Wunder – es ist Wind aufgekommen: jetzt wird das Wetter endlich kykladisch!

Zu den Fotos:
- Fliegeneinschlag auf Franks Sonnenbrille
- Die Route
- Die Marmorsteinbrüche von Naxos
- Apollonas
- Einsame Buchten an der Nordküste
- Einsame Ruine an der Nordküste

11.07.09 Plaka Camping

Samstag, 11. Juli 2009

11:50 Uhr – Nachdem wir gestern schon ein paar Eindrücke von Naxos Stadt gepostet haben, ist es an der Zeit, unser eigentliches Domizil zu verraten: ‘Plaka Camping’ im Ortsteil ‘Agia Anna’ (so einen Agia-Anna-Ortsteil gibt es auf jeder Insel).

Campingplätze in Griechenland haben so ihren eigenen Charme: Wegen der Hitze sind sie meistens komplett mit Strohdächern überdacht, Rasen gibt es keinen, das Zelt steht auf staubigem Boden. Die sanitären Anlagen werden von Teenagern als ausreichend empfunden, da sie über genügend große Spiegel zum Schminken und Entfernen von Pickeln verfügen.

Beliebtester Aufenthaltsort ist die platzeigene Taverne, wo zu wirklich günstigen Preisen gutes ‘Du weißt schon was’ angeboten wird.

Trotz dieser optimalen Umstände kommt Frank aus seinem ‘Ich-musste-Amorgos-verlassen-Blues’ nicht raus: ‘Die Ruhe, die Atmosphäre, mein Lieblings-Café mit dem tollen Blick, die einsamem Buchten…’

Beste Medizin: Wir setzen uns jetzt auf die Motorräder und werden mal den Kuros von Naxos besuchen. Dann wird’s schon besser werden!

Anbei ein paar Impressionen vom Campingplatz (man beachte die mietbare Strohhütte):