Archiv für Juni 2010

30.06.10 The Titty Twisters

Mittwoch, 30. Juni 2010

20:00 Uhr – Albacete ist eine echte Großstadt und hat richtig viele Hotels. Da wir aber nicht in Business unterwegs sind, versuchen wir etwas Bezahlbares zu finden. Die Hostals und einfachen Hotels sind allerdings ausgebucht und so fahren wir weiter und nehmen das nächstbeste Angebot, was wir finden können – wir sind jetzt immerhin schon seit neun Stunden im Sattel!

Das nächstbeste Hostal finden wir rund 50 km weiter westlich. Wir sind kaputt und das Zimmer günstig. Und viele LKWs stehen hier auch. Und die Gäste im Restaurant sowie das gesamte Ambiente erinnert uns unweigerlich an das ‘Titty Twister’ im Tarantino-Film ‘From Dusk Till Dawn’.

Der Wirt bietet uns an, die Motorräder im Vorratsschuppen unterzustellen – die haben sie jetzt also schon mal!

Ein bisschen mulmig ist mir ja schon…

Johannes

30.06.10 Von Aragon nach La Mancha

Mittwoch, 30. Juni 2010

18:45 Uhr – Was für ein Tripp: Bereits um 08:00 Uhr fahren wir los und nutzen die Morgenkühle um heute ein ein paar Kilometer mehr zu schaffen. Der Himmel ist blau, die Temperatur ideal.

Nach der Tiefebene von Aragon führt unser Weg über ein gigantisches Hochplateau. Über Stunden fahren wir in Höhen zwischen 1.000 und 1.400 Metern. Die Landschaft wechselt alle 50 km ihr Gesicht: Dunkelroter und weißer Sandstein wechseln sich ab, bizarre Gebirgsformationen tauchen plötzlich auf und verschwinden wieder. So eine Landschaft haben wir noch nie erlebt. Wenn hier jetzt noch Kakteen ständen, sähe es aus wie in Mexiko.

Mitten in der Hochebene erreichen wir in einer Höhe von knapp 1.000 Metern Höhe die Stadt Teruel. Aus dem Nichts taucht sie auf und ist einfach wunderschön.

Weiter geht es über die Hochebene in die Region La Mancha. Eine filmreife Kulisse erwartet uns. Auf den Straßen sind wir fast die ganze Zeit alleine, Touristen sind nicht zu sehen – auch keine Motorradfahrer.

Erst spätnachmittags verlassen wir die Hochebene und fahren durch die kastilianischen Weinanbaugebiete in Richtung Albacete, wo wir ein Hotel suchen werden.

Eine unglaublich eindrucksvolle Tour, mit Fotos kaum wiederzugeben. Anbei ein paar Versuche, auch wenn der Wind und die Gerüche fehlen…

Johannes

PS: Was auf den Fotos wie eine Tiefebene aussieht, ist über 1.000 Meter hoch.

29.06.10 Spanien gegen Portugal

Dienstag, 29. Juni 2010

21:42 Uhr – Hitze! Die Tiefebene von Aragon ist heiß! Die Spanier wissen schon, warum sie eine lange Siesta einlegen. Wir wissen das auch, wollen aber noch ein paar Kilometer schaffen und uns dann eine Bleibe für die Nacht suchen. Vor 17:00 Uhr ist es ohnehin sinnlos irgendwo anzuklopfen.

Gegen 18:30 Uhr erreichen wir Mequinenza. Die Kleinstadt liegt an einem seeähnlichen Fluss, so genau können unsere heißgelaufenen Köpfe das nicht mehr unterscheiden. Wir können nicht mehr, das erste Hostel gehört uns.

Ausruhen, duschen und dann in eine typisch spanische Tapas-Bar! Denkste – außer einer Döner-Bude gibt es hier kein Restaurant. Dann eben nicht. Dafür tobt der Bär in der Sport-Bar neben dem Hostel: Live-Übertragung des WM-Spiels Spanien – Portugal.

Und just in diesem Augenblick schießt Spanien das 1:0 Führungstor – frenetischer Jubel! Wir jubeln natürlich mit und sind ganz aus dem Häuschen: Unser Gastgeberland kommt (hoffentlich) weiter – so ein WM Frust wie in Frankreich ist ja nicht zum aushalten! Hoffentlich wird es nicht zu einem Spiel Spanien-Deutschland kommen…

Johannes

PS: Kann uns jemand sagen, wann Deutschland das nächste Spiel gegen wen hat?

29.06.10 Auf nach Spanien

Dienstag, 29. Juni 2010

15:00 Uhr – Wir verlassen Andorra in Richtung Lleida. Die Gegend ist superschön! Die Strecke geht an verwilderten Flußläufen und Stauseen vorbei in die Ebene.

Hinter dem letzen Hügel wird es schlagartig heiß, als hätte jemand den Föhn angestellt. Drei Klimazonen in wenigen Stunden sind nicht ganz ohne. In einer kleinen Bar ruhen wir uns aus und probieren die ersten Tapas auf dieser Reise…

Johannes

29.06.10 Andorra sehen und vergessen

Dienstag, 29. Juni 2010

14:00 Uhr – Andorra, der Kleinstaat in den südlichen Pyrenäen. Ganz schön hoch, und ganz schön kalt.

Nach einem ‘Petit Dejeuner’ verlassen wir unseren Bungalow auf dem idyllischen, kleinen Campingplatz in Richtung Andorra. Gut, dass wir das gestern nicht mehr durchgezogen haben, die Anfahrt windet sich über enge Passstraßen in alpine Höhen.

Damit wird es auch zunehmend kälter und zum ersten Mal treffen wir auf Rudel von Motorradfahrern, die allesamt für den Grand Prix zu trainieren scheinen. Hinzu kommen unzählige LKW und Wohnmobile, die das Vorankommen nicht gerade erleichtern.

Andorra selbst besteht aus mehreren Skiorten, die aus seltsam anmutenden Hochhaushütten zu bestehen scheinen. Der Hauptort macht auch keinen besseren Eindruck: auf engstem Raum zieren Hochhäuser das Stadtbild, auf den wenigen Straßen dazwischen quält sich der Verkehr dahin.

Das ganze ist so hektisch, dass wir nicht einmal auf die Idee kommen, Fotos zu machen – es hätte sich aber auch wirklich nicht gelohnt.

O. K. wir haben es jetzt gesehen, tanken billig (Super unter 1 EUR) und kaufen ein paar Sachen zollfrei ein. Und jetzt schnell weiter über die Grenze nach Spanien…

Johannes

PS: Neben unserem Campingplatz gab es einen kleinen See, von dem ich Euch an dieser Stelle noch zeigen möchte.

28.06.10 Essen wie Gott in Frankreich, 2. Teil

Montag, 28. Juni 2010

18:00 Uhr – Auch der heutige Versuch ein bezahlbares Restaurant zu finden ist ziemlich erfolglos.

Zwei ehemalige Langzeitstudenten mit immer knapper Kasse wissen allerdings noch sehr gut, wie man aus wenig viel macht! Insbesondere wenn der Hunger groß ist. Unser Bungalow ist perfekt ausgestattet und schon geht’s los!

Und hier das Rezept zum nachkochen:
- Eine Tüte Nudeln (egal welche, muss nur viel sein)
- Ein Glas fertige Tomatensoße mit Geschmacksverstärkern
- Eine Tube Tomatenmark (günstige Möglichkeit die teure Fertigsoße zu verlängern)

Zubereitung:
- Alles heiß machen
- Fertig

Essen in Frankreich kann ja sooo göttlich sein…

Johannes

28.06.10 In den Pyreänen

Montag, 28. Juni 2010

16:30 Uhr – Ganz schön geschafft sind wir jetzt! Nach unserer Abfahrt von Valence – wo wir tatsächlich um 9:00 Uhr gestartet sind – haben wir unser Ziel, Andorra, knapp verfehlt: die kleinen Straßen in den Pyrenäen sind zwar ein Traum, kosten aber auch unglaublich viel Zeit.

Knapp hundert Kilometer südlich von Valence verändern sich Klima und Vegetation schlagartig: Aus heiß wird sehr heiß und die Pflanzenwelt besteht jetzt aus Kiefern, Pinien und Olivenbäumen, das ganze inklusive dem Duft von Oregano und dem Zirpen der Grillen.

Auf der Südautobahn geht es weiter bis Narbonne. Dort wechseln wir auf die A61 Richtung Toulouse bis zur nächsten Zahlstelle. Jetzt haben wir von der Autobahn die Nase voll und fahren über kleine Landstraßen in Richtung Pyrenäen.

Die Strecke führt durch die südfranzösischen Weinbaugebiete. So macht Motorradfahren richtig Spaß: Auf kleinen, kurvigen Straßen schlängeln wir uns die Pyrenäen empor bis in die Wintersportgebiete.

Das schlaucht und uns wird klar: Andorra schaffen wir heute nicht mehr! Aber wo übernachten? Die wenigen Hotels, die wir in den Dörfern finden sind ausnahmslos geschlossen, manche öffnen, wenn überhaupt, erst spät. Das Risiko ist uns zu groß und wir finden einen Campingplatz in Belcaire, der Bungalows vermietet.

Und da sind wir nun, sind froh Schlafsäcke dabei zu haben und ein festes Holzdach über dem Kopf – in der Ferne hören wir das Donnern eines Gewitters über Andorra…

Johannes

27.06.10 Essen wie Gott in Frankreich

Sonntag, 27. Juni 2010

23:30 Uhr – Eigentlich sprechen wir ja nicht gerne darüber, aber man muss es einfach tun und es wird wie nichts anderes mit Frankreich verbunden: das liebe Essen!

Hochgelobt und unerschwinglich – wir gehen dennoch in die Altstadt um ein nettes kleines Restaurant oder Bistro für ein gepflegtes Abendessen zu finden. Laut Garmin’s ‘Points Of Interests’ wimmelt es davon nur so um Stadtkern.

Und wir finden Sie auch. Nur haben sie leider nicht geöffnet. Am Anfang denken wir uns noch nichts dabei, irgendwas wird schon auf uns warten.

Am Marktplatz hören wir die international identische Geräuschkulisse speisender Menschen – na also. Mindestens zwei Restaurants und eine Bar mit dem erinnerungsträchtigen Namen ‘Cyclades Bar’.

Wir wollen uns gerade an einem freien Tisch in der Pizzeria niederlassen als auch auch schon ganz aufgeregt die ‘Dames de Reservation’ angelaufen kommt und uns fragt, ‘Vous avez reservez?’ Nee, wie denn auch! ‘Pardon, c’est complet!’

Blöde Pizza-Bude, das sind doch eh keine echten Franzosen, gehen wir eben weiter ins ‘Marché’, das klingt wenigsten echt. Ein Blick auf die Speisekarte zeigt uns allerdings, dass die Haute Cuisine unser Budget so nachhaltig belasten würde, dass wir hier erst gar nicht fragen, ob noch ein Platz frei wäre.

Aber wir haben Glück: Ein paar Straßen weiter finden wir, was wir suchen! Freie Tische und supergünstige Komplettmenüs. Ich bestelle mir eine Komposition aus Rindfleisch, Hühnchen und Fisch, dazu Schichtbrot und Kartoffelstreifen. Eine Cola rundet das Menü ab. Frank zieht mehrere Lagen Rindfleisch mit Schichtbrot und Kartoffelstreifen vor.

Und jetzt alle mal festhalten: Das Ganze für jeweils 6,90 EUR! Tja, so was ist auch in Frankreich noch möglich – bei MCD in Valence…

Johannes

PS: Hallo Martin, vielen Dank für das Abfahrt-Video, wir haben es unter dem Eintrag von heute morgen einbauen können.

Impressionen vom restaurantlosen Valence

27.06.10 Nous sommes en France

Sonntag, 27. Juni 2010

19:55 Uhr – Voilà, wir sind in Frankreich angekommen – genau genommen in Valence, rund 120 Km südlich von Lyon im Rhonetal.

Bis Lyon haben wir eine absolut leere Autobahn genutzt. Die restlichen Kilometer sind wir auf einer zauberhaften Nationalstraße neben der Rhone gefahren. Ab 16:00 Uhr quält uns die Frage: Wie sieht’s mit unseren elf Jungs in Südafrika aus? Wie ist der Spielstand? Hier in Frankreich ist die WM bereits gelaufen, da gibt’s keine Infos mehr.

Die Nacht verbringen wir im ETAP-Hotel – nicht gerade anheimelnd, aber im Zentrum der Stadt gelegen und mit Klo im Zimmer und WLAN im Gang..

Das Rhone ist ähnlich wie das Rheinthal, jedoch mit südlichem Ambiente. Ich hoffe, ich kann noch ein paar schöne Fotos beisteuern.

Die Sonne hat es übrigens die ganze Zeit sehr gut mit uns gemeint und ich Stelle gerade fest, dass mein Jethelm leider keinen UV-Schutz bietet…

Johannes

Track - 27.07.10

27.06.10 Wir sind ja nicht auf der Flucht

Sonntag, 27. Juni 2010

11:00 – Ganz so früh sind wir heute doch nicht losgekommen, dafür aber ausgeruht! Und zum ersten Mal haben wir auch wir auch einen Plan: Wir fahren über Mulhouse die Rhone-Autobahn bis – naja, schaun wir mal…

Einen lieben Gruß noch an unsere Gastgeber: das nächste Mal kommt Ihr einfach mit! Ein Jahr ist doch noch viel Zeit für den Führerschein und ein kleines Moped, oder?

Johannes

 

26.06.10 Die deutsche Toscana

Samstag, 26. Juni 2010

23:30 Uhr – Es ist eine lauschige Nacht, der Himmel sternenklar und wir schauen vom Balkon aus direkt auf die dunkelblaue Silhouette des Schwarzwaldes. Nicht umsonst wird die Region um Baden-Baden auch die ‘Deutsche Toscana’ genannt.

Gut’s Nächtle
Johannes

26.06.10 Mösbach, was ist das denn?

Samstag, 26. Juni 2010

18:00 Uhr – Puh, das war knapp! Nach unserem Tankstopp in Kirchheim, kommt das, was vielen schon passiert ist, aber keiner zugeben will: Frank biegt am Hattenbacher Dreieck falsch ab;-) Eigentlich war’s ja klar, dass wie über die A5 Richtung Karlsruhe fahren müssen. Aber genau im Dreieck macht Franks Navi eine unverschämt lange Neuberechnung und – da wir wegen der Verkehrsdichte uns nicht sehen können – nimmt er die Abzweigung über die A7 Richtung Würzburg (vielleicht doch ein innerer Wunsch lieber wieder nach Griechenland zu fahren?).

Dank Handy-Kommunikation finden wir uns wieder, eine Nachwirkung davon bekommen allerdings kurz vor unserem heutigen Etappenziel zu spüren: Durch die Ehrenrunde ist Franks Tank vorzeitig leer und wir suchen boxerringend eine Tankstelle. Mit dem letzten Tropfen Benzin Fahren wir an die nächste Zapfsäule.

Gegen 18:00 Uhr erreichen wir Gabriele und Martin in Mösbach bei Achern, bei Baden-Baden (und damit wäre das Titelrätsel gelöst)

Hier werden wir übernachten und morgen ganz früh nach Frankreich aufbrechen! Na gut, wie werden sehen…

Johannes

Die heutige Fahrstrecke

Track - 26.07.10

26.06.10 Bei MCD in Kirchheim

Samstag, 26. Juni 2010

Die erste Großbaustelle in Göttingen ist staufrei geschafft. Mittlerweile ist es auch richtig warm geworden, Fleece-Pulli muss jetzt in den eh schon viel zu engen Koffer.

In Kirchheim stoppen wir zum Tanken und für einen Café bei MCD…

Johannes

26.06.10, 09:20 Uhr Es geht los

Samstag, 26. Juni 2010

Nun ist ist doch etwas später geworden, aber jetzt geht es endlich los…

Johannes

25.06.10 Mal wieder so ein Tag vor der Abfahrt

Freitag, 25. Juni 2010

Der Tag vor der Abreise ist immer besonders aufregend: Ist alles besorgt? Ist die Packliste nicht wieder viel zu umfangreich? Hoppla, da liegt ja noch Post, die dringend erledigt werden muss (auch das noch: Rechnungen!)…

Morgen fährt halb Deutschland in die Ferien – da haben wir ja einen ganz tollen Termin ausgesucht. Ganz gegen unsere Gewohnheiten versuchen wir deshalb richtig früh weg zu kommen: um 08:00 Uhr soll’s losgehen. Ob das klappt – wir werden darüber berichten…

Johannes

Der erste Artikel

Montag, 21. Juni 2010

Dies ist der erste Artikel, damit Ingo einen Kommentar einstellen kann. Gruß nach Solingen. :-)