Archiv für Juni 2009

30.06.09 Katara-Pass

Dienstag, 30. Juni 2009

14:54 Uhr – Gerade sitzen wir noch bei Sonnenschein im Hotspot-Café, so erwischt uns ein derber Schauer auf dem Pass (ist ja wie beim Herr der Ringe – sollten wir den Göttern auf dem Olymp vielleicht ein Opfer bringen?) Blitz und Donner folgen gerade. Hoffentlich geht es so schnell, wie es gekommen ist …

Weit gefehlt: Es wird schlimmer! Der Pass zieht sich, es regnet und regnet. Es geht auf 1.650 Meter hoch und wir sind überrascht, dass wir mitten in einem griechischen Wintersportgebiet gelandet sind. Und im Sommer ist das verdammt leer und einsam – kein Ort, kein Dorf, keine Menschenseele. Bei Sonnenschein wäre das eine Traumroute, bei Starkregen fordert es unsere volle Konzentration – das ist hier zwar alpin, die Straßen sind aber nach wie vor typisch griechisch.

Dass die Straßen glatt sind, beweist uns ein Auto, das die Kurve wohl nicht mehr gekriegt hat und in den Abhang gerutscht ist. Die beiden Fahrer, denen anscheinend nichts passiert ist, werden wohl noch eine Weile auf den Abschleppwagen warten müssen.

Der Pass hat eine Länge von 100 km, nach 70 km gibt die Impregnierung meiner neuen Motorradsommerhose dem Regen nach und Wasser zieht sich meine Beine entlang. So war das nicht geplant…

Kurz vor Passende finden wir im ersten größeren Ort ‘Trygona’ ein gleichnamiges Hotel und lassen uns ziemlich erschöpft nieder.

Wir sind nach lediglich 170 km Tagespensum ca. 30 km von den Meteora-Klöstern entfernt.

PS: Hätte es einen Weg durch Moria gegeben, wir hätten ihn genommen!

Fotos:
- Der erste Regenschauer auf der Passstraße
- Motorradparkplatz am Hotel ‘Trygona’

PS: Mittlerweile ist Frank mit seinem Windows-Mobile PDA sehr unzufrieden, weil er sieht, wie gut und einfach alles mit dem iPhone klappt. Nach dem Urlaub kauft er sich bestimmt auch eins, jetzt muss ich ihm meins immer ausleihen;-)

PPS: Mit Freude haben wir gesehen, wie viele Leser unser kleines Webtagebuch gefunden hat – da macht das Schreiben gleich doppelt so viel Spaß! Eure Kommentare erreichen uns übrigens auch als eMail.

30.06.09 Von Lia nach Ioanina

Dienstag, 30. Juni 2009

13:00 Uhr – Juhu, wir sitzen in Ioanina in einem Caffe mit freiem WLAN und können sowohl eMails, als auch Tagebuch-Posts absenden!

Ioanina liegt an einem wunderschönen See, eine Atmosphäre wie bei Garda. Der weg dahin hat allerdings lange gedauert: Über die winzig kleinen Bergstraßen war maximal 30 km/h möglich – ein Grund, warum wir unseren Weg nicht weiter über das Epirus-Gebirge fortsetzen werden, sondern über Land Richtung Meteora-Klöster. Irgendwann wollen wir jaja schließlich mal auf den Inseln ankommen;-)

Ach ja, das Haus von ‘Eleni’ haben wir schließlich Doch noch gefunden, es bedurfte aber etwas Hilfe durch die Einheimischen.

Fotos:
- Hotel ‘Lia Inn’
- Elenis Haus
- See von Ioanina
- Im Hotspot-Caffe

PS: Dieverse Rechtschreibfehler bitten wir zu entschuldigen – nicht, dass wir es nicht besser könnten, wir tippen aber die Posts über kleine PDA-Tastaturen und da verhaut man sich halt schon mal…

29.06.09 Den Hafen fast verschlafen / Von Igoumenitsa nach Lia

Montag, 29. Juni 2009

13:30 Uhr Griechische Zeit (+1 Stunde) – Ein Tag auf der Fähre, eine Nacht auf der Fähre: keine Termine, keine Hektik, Zwangsberuhigung! Wer das schon mal erlebt hat, wird jetzt in Erinnerungen schwelgen, wem das fremd ist sollte es nachholen (gerade gut für Ü30-40).

Die Nacht auf der Isomatte hat gut geklappt, Lediglich unsere Rücken sind empört über die unsanfte Behandlung. Deshalb sind wir auch schon um 06:00 Uhr wach und mit die ersten beim Frühstück. Bis zum Anlegen in Igoumenitsa genießen wir die restliche Zeit auf dem Oberdeck – und schlummern auch noch ein wenig ein.

Als ich aufwache, scheint die Fähre zu stehen, in einem Hafen – Igumenitsa? Igoumenitsa!!! Auch Frank schaut auf den Hafen und meint (in bereits griechischer Gelassenheit) das die Leute schon alle gegangen wären.

Der wohl berühmteste Reiseführer in der Weltliteratur (nämlich der durch die Galaxis) ist deshalb so beliebt, weil auf ihm in Grossen Buchstaben steht: KEINE PANIK! Daran muss man sich in solchen Situationen einfach erinnern, dann klappt’s auch noch mit dem Verlassen der Fähre.

Igoumenitsa ist für eine Hafenstadt recht hübsch und kann mit seinen langen Sandstrand durchaus zum Baden einladen.

Nachdem wir und gebührend bewußt gemacht haben, dass wir tatsächlich griechischen Boden berühren, fahren wir ins Pindos-Gebirge nach Lia.

Die Strecke ist verdammt einsam, die Straßen wunderbar griechisch. Wenn wir tatsächlich mal auf Menschen treffen, winken diese und rufen uns etwas zu (was wir leider nicht verstehen und deshalb auch nicht wissen, ob es ein Gruß, ein Fluch, oder eine Warnung ist.)

16:00 Uhr – In Lia angekommen versuchen wir verzweifelt das Haus von ‘Eleni” zu finden. Trotz einem Hinweisschild zu Beginn einer Stichstraße, finden wir kein Haus das auf meine Erinnerung passt. Dazu muss man wissen, dass der Ort an einem Steilhang gelegen ist und die einzelnen Häuser nur über kleine steile Wege zu erreichen sind. Kein so wahnsinnig großes Vergnügen, mit einer voll bepackten 1200er auf so einem schmalen steilen Weg zu drehen.

Wir geben vorerst auf und nehmen uns in dem kleinen und einzigen Hotel ‘Lia Inn’ ein Zimmer. Da das Hotel eine große Erinnerungswand mit Fotos und Zeitungsausschnitten hat, wird man uns sicherlich weiterhelfen können. Und so klein ist die Welt mal wieder: die Hotelwirtin war schon mal bei ihren Verwandten in Hannover (die betreiben dort ein Restaurant, dessen Namen ihr aber entfallen ist.)

28.06.09 Sophokles

Sonntag, 28. Juni 2009

11:30 Uhr – Wir stehen um 06:00 Uhr auf, um nach dem Frühstück pünktlich unsere Fähre zu erreichen. Im Hotel gibt es einen Frühstücksraum und gedeckte Tische. Und es gibt ein original italienisches Frühstück: also nichts! Besser gesagt fast nichts- oder anders ausgedrückt, den Hauch einer Ahnung eines Frühstücks! Also, ich habe mir ja fest vorgenommen, keine Futterthemen zu posten, aber der Magen kann einen schon ganz schön währen der Fahrt beschäftigen, wenn statt der erhofften Kaffemengen nur ein fingerhutgroßer Espressotässchen mit Minicroissant und Zwieback gereicht wird.

Aber dafür scheint heute die Sonne: im Bassano, In Venedig und ganz bestimmt auch in Griechenland, oder? Die Fahrt über die kleinen Ortschaften und Dörfer nach Venedig ist ein Genuss (wie Urlaub) und superpünktlich um 09:30 Uhr erreichen wir den Hafen.

Freundliche Einweiser winken uns gleich zur Verladerampe der ‘Sophokles’ weiter und schicken uns mach Ticketkontrolle auch gleich wieder weg: “Checkin first, please” Wieso, wir haben doch Tickets? Ein griechischer Motorradfahrer klärt uns auf, dass wir, wie beim Flugzeug, nur mit Bordkarten reinkommen und die gibt’s eben beim Checkin!

Aha, ist ja auch unser erstes Mal. Beim Checkin-Schalter wird die freundliche Checkin-Fachkraft plötzlich sehr ernst und erklärt uns – während sie meinem Namen durchstreicht – dass es ein “Problema” gebe, “Please wait”. “What kind of Problema?” möchte ich wissen, doch schon beschäftigen sich weitere Checkin-Fachkräfte mit unserem Fall.
Frank ist sich derweil sicher, dass ich wegen Überfahrens von einigen roten Ampeln polizeilich gesucht werde und deshalb nicht ausreisen kann. Da die freundlichen Damen so viele Sprachen sprechen können, wissen wir gar nicht, mit welcher wir sie ansprechen sollen. Während ich mit die Formulierung meiner Besorgnis schon mal sicherheitshalber in Französisch und Englisch überlege, kann Frank mit italienisch und spanisch weiterhelfen. Aber eine Lösung scheint gefunden: nachdem mein Name durch einen Nummerncode ersetzt wird (ich bin nur noch eine Nummer!), erhalten wir unsere Bordkarten und werden wieder von den freundlichen Einweisern zur Verladeluke gewunken, wo wir jetzt, ausgestattet mit den richtigen Papieren, auch passieren können. Na bitte, reine Formsache.

Auf der untersten Ebene der Fähre übernimmt ein weiterer Einweiser die Einweisung und verknotet (ja, richtig gelesen: verknotet, nicht verzurrt) unsere Motorräder mit der Rampe. Hoffen wir mal, dass die See ruhig bleibt, sonst habe ich morgen einen Kasko-Schaden mit dem nagelneuen VW Touran aus Hamburg, der nur wenige Zentimeter neben meinem linken Zylinder zur Ruhe gekommen ist. Den anderen Motorradfahrern geht es nicht besser – die haben gar keine Verknotingsmöglichkeiten, was den Bikes ausreichen Möglichkeit zum freien Flug gibt, nämlich in Richtung unserer Schätzchen.

Wird schon alles passen. Einen guten Platz für die Nacht haben wir schnell gefunden und pünktlich um 12:00 Uhr legt die Fähre in Richtung Igoumenitsa ab.

Uns wird ein fantastischer Anblick geboten: der (Wasser-)Weg führt uns direkt an der Langunenstadt vorbei, mit Blick auf Canale Grande und Markusplatz.

Ein herzliches. ‘Yassas’, liebe Leser, wir werden aus Griechenland weiterberoichten, wo wir als erstes den kleinen Ort Lia besuchen wollen, über dessen Bürgerkriegsvergangenheit in dem Buch ‘Eleni’ von Nicolas Gage berichtet wird (<— Lesetipp).

27.06.09 Alla Favorita

Samstag, 27. Juni 2009

19:00 Uhr – Wir haben unser Domizil für diese Nacht erreicht: das kleine Landhotel ‘Alla Favorita’ (Danke für den Tipp Markus)

Für eine Stadtbesichtigung ist es uns allerdings zu spät geworden, nach der Dusche werden wir etwas essen und anschließend von der Fahrerei träumen.

27.06.09 – Parla Italiano

Samstag, 27. Juni 2009

Wir haben es bis Botzen geschafft. Nach der Brenner-Autobahn klarte der Himmel auf, sodass wir beschlossen haben, die restlichen Kilometer über Landstrasse zu fahren. Was wir dabei allerdings nicht bedacht hatten: Landstrsse heißt hier noch Passüberquerung (Penzer Joch).

Die ganze Regenfahrt hat uns aberdoch ziemlich geschlaucht und so versuchen wir unseren Kreislauf mit Capo, Espresso und ganz viel Zucker wieder auf die Beine zu helfen.

Bis zu unerem Hotel in Bassano sind es noch 140 km.

27.06.2009 Regen bringt segen?

Samstag, 27. Juni 2009

11:30 Uhr – Nach unserer trockenen Abfahrt aus Nürnberg werden wir ab München Dauergeduscht – ein echter Lustkiller! Nun ja, nur noch wenige Kilometer bis Österreich, vielleicht ist uns der Wettergott hinter den Alpen besser gesonnen.

Die weitere Route steht jetzt auch fest: Übernachten werden wir im Bassano del Grappa, rund 70 km vor Venedig. Dank Markus Italienischkenntnissen konnten wir dort ein Zimmer buchen.

PS: Hier endet unsere deutsche UMTS-Flatrate – alle weiteren Posts erst wieder wenn wir ein freies WLAN oder ein Internet-Caffee finden…

26.06.09 Touch Down in Nürnberg

Freitag, 26. Juni 2009

18:00 Uhr – Oh, du böses Balkantief, hast uns noch einige Duschen verpasst. Gut in Nürnberg angekommen sind wir aber trotzdem;-) In der Großfamilien-WG ‘Fleischmann’ finden wir heute Unterkunft…

Nachdem wir heute die Fährtickets für unsere Überfahrt nach Igoumenitsa noch einmal genauer studiert haben, ist uns aufgefallen, dass die Abfahrtszeit zwar mit 12:00 Uhr angegeben wird, letzter Einlass zur Einschiffung aber schon um 10:00 Uhr ist – dass heißt, gegen 09:00 Uhr in Venedig am Hafen sein. Wir werden also unsere Planung ändern und morgen direkt nach Venedig fahren und nicht über die Alpenpässe zur Übernachtung zum Gardasee.

Aber gleich geht’s ersteimal zum örtlichen Gemeindefest…

26.06 Getting Started

Freitag, 26. Juni 2009

10:45 – Die Tour hat begonnen! Bei Nieselregen sind wir aus Hannover abgefahren, im Harz wurden die Visiere wieder durch klärenden Regen sauber. Aber jetzt, am Autohof von Fulda, ist das Wetter aufgeklart und die Fahrt beginnt gemütlich zu werden. Eingekeilt zwischen LKWs und den Reiselimousinen unserer nördlichen Nachbarn wird uns klar: die Ferienzeit hat begonnen!

25.06. Die Nacht vor der Abfahrt

Freitag, 26. Juni 2009

Tourengepaeck23.54 Uhr – Die Sachen sind gepackt, alle Checklisten mehrfach überprüft. Zwei Koffertaschen und eine Gepäckrolle sollten eigentlich reichen, dennoch herrscht Platzmangel: Campingsachen, wie Schlafsack und Isomatte fordern ihren Platz, ebenso erweist sich der kleine Jethelm für die (hoffentlich) heißen Tage in Griechenland als Raumfresser. Und dabei rät die Wettervorhersage für die gesamte Fahrstrecke bis Griechenland eher zum Regenkombi! Schuld daran ist ein massives Tiefdruckgebiet über dem Balkan, dass in seinen Ausläufern Süddeutschland, Österreich, Italien, sowie den Norden Griechenlands fest im Griff hat. Aus diesem Grund werden wir wahrscheinlich nicht wie geplant über Bundesstraßen fahren und die Alpen über die Pässe queren, sondern ganz langweilig die Autobahnen bevorzugen. Aber was solls, wir wollten ja ein bisschen Abenteuer – jetzt ist der Regen eben unser erstes…

Wir stehen im den Startschuhen

Sonntag, 21. Juni 2009

Jetzt sind es nur noch 4 Tage bis zur Abfahrt. Was muss noch gepackt werden, ist schon alles besorgt? Heute konnten wir noch einiges klären, so z. B. Fotos für das Weblog machen. Dennoch bleibt das unruhige Gefühl, etwas übersehen zu haben. Während Frank in jedem Fall Campingutensilien einpacken wird, habe ich in den letzten Griechenlandurlauben nichts davon vermisst.
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